{"id":687,"date":"2014-04-25T13:49:25","date_gmt":"2014-04-25T11:49:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.steffenkirchner.de\/blog\/?p=687"},"modified":"2014-04-25T13:49:25","modified_gmt":"2014-04-25T11:49:25","slug":"unsere-beliebtesten-ausreden-teil-4-ich-bin-halt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steffenkirchner.de\/blog\/unsere-beliebtesten-ausreden-teil-4-ich-bin-halt\/","title":{"rendered":"Unsere beliebtesten Ausreden \u2013 Teil 4: \u201eIch bin halt so\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Zu den popul\u00e4rsten Ausreden, die wir uns selbst und auch anderen oft einreden geh\u00f6ren S\u00e4tze wie: <em>\u201eIch bin halt so\u201c<\/em> oder <em>\u201eMan kann eben nicht aus seiner Haut. Schon meine Mutter war so. Das ist halt vererbt und steckt in meinen Genen, da kann man nichts machen.\u201c<\/em><br \/>\nDiese Aussagen klingen so plausibel, so logisch und sind so nachvollziehbar. Vor allem aber sind sie als Ausreden so bequem. Denn wenn man dagegen nichts machen kann, muss man sich weder damit besch\u00e4ftigen, noch muss man sich um Ver\u00e4nderungen bem\u00fchen. Kaum eine andere Ausrede ist ein noch gr\u00f6\u00dferer Erfolgsverhinderer, der die pers\u00f6nliche Weiterentwicklung in derart hohem Ma\u00dfe einschr\u00e4nkt. Heute erkl\u00e4re ich Ihnen, warum wir unseren ungeliebten Eigenarten eben nicht so hilflos ausgeliefert sind, wie wir oftmals (gerne) glauben.<!--more--><\/p>\n<p>Jeder Mensch besitzt bestimmte alte Muster, die ihn blockieren und es ihm manchmal schwer machen. Viele davon haben wir in unserer Kindheit einfach so \u201emitbekommen\u201c, ohne dass wir uns bewusst dagegen wehren konnten. Aber auch im Erwachsenenalter haben wir einige (mentale) Gewohnheiten hinzugewonnen, die aufgrund eigener Entscheidungen oder auch bestimmten Lebenserfahrungen entstanden sind und die einem das Leben nicht immer leichter machen. So mancher f\u00fchlt sich zum Beispiel immer von allen ausgenutzt und kann nicht <em>\u201eNein!\u201c<\/em> sagen. Ein Anderer hat immer das Gef\u00fchl, irgendwie nicht so richtig dazu zu geh\u00f6ren und als Au\u00dfenseiter dazustehen. Ein Dritter geht regelm\u00e4\u00dfig bei bestimmten Themen so schnell an die Decke, dass er laut und zu aggressiv wird, obwohl er das eigentlich gar nicht will. Die Liste an Lebensaufgaben ist beliebig lange fortsetzbar.<\/p>\n<p>Jetzt kommt der interessante Punkt: Irgendwann findet man heraus, dass man <strong>nicht <\/strong>der Einzige ist, der dieses spezielle Problem hat. Viele Mitmenschen k\u00e4mpfen auch damit und kriegen es nicht los. Diese Erkenntnis kann sehr wohltuend und erleichternd sein, denn daraus ergeben sich gleich zwei tolle Ausreden:<br \/>\n1.: <em>\u201eIch bin halt so, ich kann nicht aus meiner Haut.\u201c<\/em><br \/>\n2.: \u201e<em>Andere k\u00f6nnen offensichtlich auch nicht aus ihrer Haut. Da es also vielen so geht, ist mein Problem ganz normal, denn Menschen k\u00f6nnen allgemein nicht aus ihrer Haut.\u201c<\/em><br \/>\nWirklich eine perfekte Ausrede! Aus<em> \u201e<strong>Ich<\/strong> kann nicht\u201c<\/em> wird <em>\u201e<strong>Man<\/strong> kann nicht\u201c<\/em>. Also kann es keiner. Diese Generalisierung (Verallgemeinerung) hilft Menschen, den Druck der Selbstverachtung von sich zu nehmen. Es ist leichter die eigene Unf\u00e4higkeit zu akzeptieren, wenn man sieht, dass andere genauso, oder vielleicht sogar noch unf\u00e4higer sind, als man selbst. Ganz nach dem ber\u00fchmten Prinzip: <em>\u201eGeteiltes Leid ist halbes Leid.\u201c<\/em> &#8211; Das Lieblingsmotto aller Loser.<\/p>\n<p>Nehmen wir mal ein klassisches Beispiel: Angenommen jemand hat gro\u00dfe Probleme, sich l\u00e4nger zu konzentrieren. Die Person f\u00fchlt sich oft unruhig und zappelig. Sie f\u00e4ngt oft 10 Sachen fast gleichzeitig an und bringt so gut wie nichts davon zu Ende. Es folgt das Alltagsproblem, unorganisiert und chaotisch zu sein, was sich negativ auf das Berufsleben und viele zwischenmenschlichen Beziehungen auswirkt. \u00dcber kurz oder lang leidet darunter nat\u00fcrlich auch das Selbstvertrauen dieser Person, denn andere kriegen es ja offensichtlich auch auf die Reihe. Nur man selbst ist \u201ezu bl\u00f6d\u201c daf\u00fcr.<br \/>\nDoch irgendwann kommt jemand und sagt: <em>\u201eHey, k\u00f6nnte es sein, dass Du ADS (Aufmerksamkeits-Defizit\u2013Syndrom) hast?! Das haben auch ganz viele andere, auch als Erwachsene.\u201c<\/em> Was f\u00fcr ein Gl\u00fcck! Die perfekte Ausrede ist gefunden um sich mit der Situation abzufinden und sich nicht l\u00e4nger um eine Verbesserung bem\u00fchen zu m\u00fcssen. Krankheiten sind generell gro\u00dfartige Ausreden, um passiv in der Opferrolle zu bleiben, denn was k\u00f6nnen Sie schon daf\u00fcr, dass Sie krank sind? Sobald man einen Namen f\u00fcr sein Problem gefunden hat (z.B. ADS), kann man viel einfacher damit umgehen \u2013 leider meistens auf die falsche Art und Weise.<\/p>\n<p><strong>Wer oder was sind Sie eigentlich?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe einen L\u00f6sungsansatz f\u00fcr Sie, der die Ausrede <em>\u201eIch bin halt so\u201c<\/em> komplett entwaffnet und beweist, dass wir nicht einfach so sind, wie wir oft glauben dass wir sind. Bitte beantworten Sie mir nun folgende Frage m\u00f6glichst kurz und knapp: Wer sitzt gerade auf Ihrem Stuhl und liest diesen Text? Die k\u00fcrzeste Antwort die Sie mir jetzt geben k\u00f6nnten w\u00e4re nat\u00fcrlich: <em>\u201eIch!\u201c<\/em> Die Frage aber ist: Wer ist ICH? Kein Mensch kommt mit einem Ich-Bewusstsein auf die Welt. Babys haben noch gar kein Bewusstsein f\u00fcr sich selbst. H\u00e4lt man einem S\u00e4ugling einen Spiegel vor, dann erkennt er nicht, dass das Gesicht dort sein eigenes ist. Erst ein paar Monate sp\u00e4ter gelingt es dem Kind, sich selbst zu erkennen. In der Gehirnforschung hat man herausgefunden, dass erst im Alter zwischen 18-24 Monaten nach und nach ein Ich-Bewusstsein bei Kleinkindern einsetzt. Das bedeutet: Auch Sie sind nicht mit einem festen Bild von sich selbst auf die Welt gekommen, sondern ein gro\u00dfer Teil des Bildes dass Sie von sich selbst (und \u00fcbrigens auch der Welt) haben, wurde von au\u00dfen erschaffen und Ihnen mitgegeben&#8230;.man k\u00f6nnte auch sagen &#8222;von au\u00dfen aufgesetzt&#8220;. Das was Sie also glauben zu sein, sind also nicht Sie, sondern lediglich der Teil von Ihnen, der Ihnen bislang bewusst wurde. Daher kommt auch das Wort \u201eSelbstbewusstsein\u201c, da man sich eines Teils von sich selbst bewusst wird. Gehen Sie davon aus, dass Sie bislang nur einen sehr sehr kleinen Teil Ihres ganzen Wesens wirklich kennen. Ich erlebe diesen Umstand in einem Teilbereich speziell auch in Coachings mit meinen Klienten immer wieder. Wenn ich zu Beginn die Frage stelle: &#8222;Welche St\u00e4rken haben Sie?&#8220;, dann schreiben mir die Leute im Durchschnitt 5-6 Worte aufs Papier. Nach sp\u00e4testens drei Coachinterminen besitzen die Leute eine St\u00e4rkenliste von 50 oder mehr St\u00e4rken. All diese F\u00e4higkeiten und Talente hatten sie davor auch schon, nur war es ihnen eben nicht bewusst. <strong>Und alles was uns nicht bewusst ist, existiert f\u00fcr uns nicht.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Welche Rolle spielen Sie?<\/strong><\/p>\n<p>Lassen Sie uns auf meine Frage <em>&#8222;Wer sitzt auf Ihrem Stuhl?&#8220;<\/em> zur\u00fcckkommen: Wenn ich diese Frage von au\u00dfen beantworten w\u00fcrde, k\u00f6nnte ich sagen: Die- oder derjenige der diesen Text nun auf Ihrem Stuhl liest, ist eine PERSON. Das Wort &#8222;Person&#8220; kommt aus dem Lateinischen von <em>&#8222;Persona&#8220;<\/em>, was die <strong>Maske<\/strong> des Schauspielers war. Per-sonare bedeutet <em>\u201edurcht\u00f6nen\u201c<\/em>. Durch die Maske t\u00f6nen also z.B. Worte hindurch (wie im Theater), wodurch man seine Rolle eben spielt. Unsere Pers\u00f6nlichkeit ist also nichts anderes als eine Maske, mithilfe derer wir eine bestimmte Rolle spielen. Viele Rollen wurden uns fr\u00fcher auferlegt. Manche haben wir abgelegt und manche \u00fcbernehmen wir mehr oder weniger klaglos bis heute. <strong>Erfolgsregel: Alles was Sie glauben zu sein, ist nichts anderes als eine Rolle, f\u00fcr die Sie sich jeden Tag wieder neu entscheiden.<\/p>\n<p><\/strong>Wenn Sie sich das bewusst machen, verstehen Sie eine Sache: Man kann Masken ablegen und Rollen wechseln. Nicht immer von heute auf morgen und manche Masken haben auch soviel Gewicht, dass sich nicht so leicht abzulegen sind. Doch es geht. Vielleicht t\u00f6nt in der n\u00e4chsten Rolle die alte Figur auch immer noch ein bisschen weiterhin mit durch, doch je l\u00e4nger Sie sich in eine neue Rolle bewusst hineinbegeben, mit all Ihrem Herz und auch Ihrem Verstand, desto mehr nimmt Ihre Pers\u00f6nlichkeit eine neue Gestalt an.<\/p>\n<p>Die Ausrede, sich nicht ver\u00e4ndern zu k\u00f6nnen, weil man eben so ist wie man ist, geh\u00f6rt zu den gr\u00f6\u00dften L\u00fcgen unserer Kindheit. Sie wurden von unseren Eltern, Lehrern und Bekannten entweder deswegen verwendet, um uns &#8222;gehorsam&#8220; und &#8222;angepasst&#8220; zu machen, oder diese Personen selbst nicht aus ihren alten ungeliebten Rollen schl\u00fcpfen wollten. Die Motivation dahinter war, sich damit selbst ein Alibi zu verschaffen, dass es nun mal nicht geht, indem man diese Botschaft (Konditionierung) an andere weitergibt, damit diese Menschen diesen Umstand best\u00e4tigen! <strong>Doch Sie sind nicht dazu geboren, um die Glaubenss\u00e4tze, Gewohnheiten und Realit\u00e4ten Ihrer fr\u00fcheren \u201eErzieher\u201c zu kopieren und fortzuf\u00fchren.<\/strong> Sie k\u00f6nnen Ihr eigenes Leben leben und neue Erfahrungen machen. Notwendig ist daf\u00fcr im ersten Schritt nur eine Sache: Treten Sie die alten Glaubenss\u00e4tze und Ausreden in die Tonne und treffen Sie eine innere Entscheidung daf\u00fcr, das Gegenteil davon erfahren zu WOLLEN.<b><\/p>\n<p><\/b>Die gr\u00f6\u00dfte Gefahr beim Glauben an die alten Masken und Rollen, die uns schon in der Kindheit antrainiert wurden ist, dass wir uns mit bestimmten Eigenschaften und auch Problemen beginnen selbst zu identifizieren. Pl\u00f6tzlich <strong>HAT<\/strong> man das Problem nicht mehr nur, sondern man <strong>IST<\/strong> das Problem. Dieser Umstand wird deutlich, wenn man die gesprochenen S\u00e4tze (und somit auch Glaubenss\u00e4tze) der Menschen mal genau beobachtet:<\/p>\n<p><em>| &#8222;Ich BIN eben ein ADSler, ich kann mich nicht konzentrieren.<\/em>&#8220;<br \/>\n<em> | &#8222;Ich BIN halt ein Choleriker und werde eben schnell mal laut, auch wenn ich es nicht so b\u00f6se meine.&#8220;<\/em><br \/>\n<em> | &#8222;Ich BIN eben ein \u00e4ngstlicher Mensch und traue mich einfach nicht Entscheidungen zu treffen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Diese S\u00e4tze zeigen ganz klar die <strong>Selbstidentifikation<\/strong> mit dem Problem. Pl\u00f6tzlich <strong>hat<\/strong> man keine Angst mehr, sondern man <strong>ist<\/strong> die Angst. Mit dieser Haltung wird eine L\u00f6sung nat\u00fcrlich unm\u00f6glich, denn das Etikett der Krankheit oder der Problembezeichnung wird somit zum festen Teil des eigenen Selbstbildes. <strong>Wenn Problembeschreibungen zu Selbstzuschreibungen werden, kreiieren wir ein Selbstbild, dass wir von diesem Standpunkt aus nicht mehr ver\u00e4ndern k\u00f6nnen.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Erfolgsregel: Sage mir wer Du glaubst dass Du bist, und ich sage Dir wer Du sein k\u00f6nntest.<\/strong><\/p>\n<p>Die Wahrheit ist: All unsere Eigenarten und Verhaltensweisen, sowie auch unsere Charakterz\u00fcge sind nichts anderes als <strong>psychische Gewohnheiten<\/strong>! Jede Gewohnheit kann man ver\u00e4ndern, denn keine Gewohnheit war von Geburt an da. Sie wurde erlernt. Und alles was man erlernen kann, kann man auch wieder verlernen, indem man etwas g\u00fcnstigeres lernt, was den alten Standard sozusagen &#8222;\u00fcberschreibt&#8220;, also ersetzt. Nat\u00fcrlich geht das nicht von heute auf morgen. Und nat\u00fcrlich ist das auch nicht leicht. Doch nichts ist leicht, bis es nicht zur Gewohnheit geworden ist.<br \/>\nDie Frage ist also: Was genau tun Sie heute, morgen und \u00fcbermorgen schon mal daf\u00fcr, um eine neue Gewohnheit zu etablieren? Wenn Sie in den n\u00e4chsten 3 Tagen eine Sache jeweils t\u00e4glich 3 x anders machen als bisher und diesen Prozess f\u00fcr 3 Wochen wiederholen, haben Sie nach diesem kurzen Zeitraum eine neue Gewohnheit geschaffen, die sp\u00fcrbar st\u00e4rker wird und beginnt, alte Muster zu \u00fcberschreiben. Bitte glauben Sie mir das nicht einfach nur, weil ich es Ihnen sage. Ich will Ihnen damit keine neue Maske aufsetzen. Ich will, dass Sie diese These von mir einfach ausprobieren und in der Praxis \u00fcberpr\u00fcfen. Ver\u00e4nderung entsteht durchs Tun, nicht durchs Lesen. Es geht nur um 3 Wochen. Los geht\u2019s!<\/p>\n<div style='text-align:left' class='yasr-auto-insert-visitor'><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu den popul\u00e4rsten Ausreden, die wir uns selbst und auch anderen oft einreden geh\u00f6ren S\u00e4tze wie: \u201eIch bin halt so\u201c oder \u201eMan kann eben nicht aus seiner Haut. Schon meine Mutter war so. 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