Warum BILD-Zeitung & Co. zu 90% negativ berichten

Bild-Zeitung: Nur gute NachrichtenBILD-Zeitung: Nur gute Nachrichten

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Über Qualität und Niveau der BILD-Zeitung kann man unterschiedlicher Meinung sein, das ist bekannt. Häufig gehen die Journalisten dort an Grenzen, und manchmal vielleicht sogar darüber hinaus. Die BILD-Zeitung macht oft Dinge, die man eigentlich nicht macht. Allerdings nicht ausschließlich im negativen Sinne, wie man jetzt vielleicht glauben könnte. Am 24. Dezember eines jeden Jahres, erscheint eine Ausgabe der BILD-Zeitung, mit ausschließlich positiven Meldungen (http://url9.de/vN1). Was wäre, wenn dies der Normalfall wäre? Wie würde dieser Wechsel unsere Gefühle und unsere Welt verändern?

Bereits seit dem Jahr 2002 sorgt die BILD-Zeitung für gute Gefühle am Weihnachtstag. In den weihnachtlichen Sondereditionen der letzten Jahre ging es unter anderem um Themen wie:
| Chefs, die trotz Krise Personal einstellen.
| Soldaten grüssen ihre Lieben aus dem Einsatz.
| „Supertalent“ Michael Hirte versöhnt sich mit seinem Vater.
| Feuer in Kinderheim – Niemand wurde verletzt!
| TV-Star Jan Fedder besiegt seinen Tumor.
Wunderbar! Eine wirklich tolle Idee der BILD, das muss man ihnen lassen. Ich habe die letzte Weihnachtsausgabe im Jahr 2012 aus Interesse an dieser Idee gekauft gehabt und hatte schon alleine beim Lesen der Überschriften ein ganz ungewohntes, gutes Gefühl. Nachdem ich die Zeitung tatsächlich mit immer weiter wachsender Freude las, fühlte ich mich sogar richtig gut. Ja bravo, warum denn nicht immer so? Oder wäre das grotesk, in unserer „schlechten“ Welt, so positiv zu berichten? Aus meiner Sicht nicht.
Sehr grotesk finde ich allerdings das Zitat von BILD-Chefredakteur Kai Diekmann, der zu den Gründen dieser positiven Weihnachtsausgabe Stellung bezog: „Gerade in Zeiten der Krise ist Optimismus der beste Ratgeber. Schwarzmalerei hilft nicht weiter und bringt uns alle nicht voran. Die BILD-Zeitung will einen Beitrag dazu leisten und den Menschen Mut zu machen.“

Hahaha!! Ganz ehrlich: Bei solchen Aussagen, weiß ich nicht, ob ich zuerst lachen oder weinen soll. Man muss seinen Würgereiz schon stark unterdrücken, wenn solch irrwitzige Aussagen zum Besten gegeben werden. Die BILD ist jetzt gegen Schwarzmalerei??? Damit würde sich das Blatt seiner Existenzgrundlage sowie seines Selbstverständnisses berauben. Die Grundsatzphilosophie wäre 100 % auf den Kopf gestellt. Niemand, aber wirklich niemand in der Medienwelt (nicht nur bei der BILD-Zeitung), hat dauerhaft ernsthaftes Interesse daran, positive Meldungen zu verbreiten. Und ich nenne Ihnen in diesem Blog-Beitrag auch den entscheidenden Hauptgrund dafür.

Medien wollen nicht informieren, sondern verkaufen.

Medienhäuser und Zeitungsverlage sind in der Regel keine gemeinnützigen Organisationen, sondern profitorientierte Wirtschaftsunternehmen. Das bedeutet: Je mehr verkauft wird, desto besser. Um einen Menschen als potenziellen Leser zu gewinnen, muss ich ihn auf mich aufmerksam machen. Dazu muss man wissen, dass man die Aufmerksamkeit eines Menschen ausschließlich nur dann bekommt, wenn ein bestimmtes Interesse geweckt wird, welches man durch ein dementsprechendes Gefühl verursacht. Und jetzt kommts: Durch kein Gefühl kann man die Aufmerksamkeit eines Menschen so schnell gewinnen, wie durch Angst.

Jedes menschliche Wesen, reagiert auf negative Meldungen, die Wut, Hass oder vor allem Angst erzeugen, extrem sensibel und unverzüglich schnell. Horrormeldungen verursachen deswegen sofort sehr viel Aufmerksamkeit bei Menschen, da durch die sofort entstehenden negativen Gefühle, das Interesse bzw. der Fokus des Menschen auf die Schreckensmeldung gelenkt wird. Auf diese Weise kann man Personen folglich gezielt von etwas ablenken oder auf etwas hinlenken. Der Mensch ist über negative Botschaften sehr viel leichter zu manipulieren und zu lenken, als über den positiven Weg.

Das Ganze hat nichts mit negativem Denken oder einer schlechten Einstellung der Leute in unserer Gesellschaft zu tun, sondern ist evolutionär bedingt und seit zehntausenden von Jahren so in den tiefesten Strukturen unseres Gehirns so angelegt.
Bei unseren frühestens Vorfahren in der Steinzeit, war es für das Überleben entscheidend, Gefahren möglichst frühzeitig zu erkennen und extrem wachsam für alles zu sein, was das eigene Leben bzw. die eigene Gesundheit/Fitness gefährden könnte. Schöne Dinge sind im Bezug auf das nackte Überleben ganz einfach sekundär. Stellen Sie sich vor, Sie gehen als Steinzeitmensch mit Ihrem Kumpel durch den Urwald. Ihr Kumpel ist hellwach, vorsichtig und schaut mit höchster Aufmerksamkeit hinter jedem Baum, ob keine Giftschlange oder ein anderes gefährliches Tier in der Nähe ist, oder ob man in ein Loch treten und sich dabei den Fuß brechen könnte usw.. Und Ihnen ist das alles egal, Sie schauen nur in den Himmel, wie schön die Vöglein dort oben zwitschern, wie toll die Sonnenstrahlen durch die Palmenblätter durchscheinen und interessieren sich anstatt für gefährliche Schlangen auf Bäumen eher für wunderhübsche kleine Blümchen am Wegesrand, die Sie sammeln und mitnehmen. Mal ganz ehrlich: Wer von Ihnen beiden hätte damals länger überlebt?

Angst ist der Überlebensmotor Nummer 1

Für unser Überleben hatte höchstes Gefahrenbewusstsein und große Aufmerksamkeit für negative, bedrohliche Dinge absolute Priorität. Aus diesem Grund, sehen wir Menschen zuerst die Gefahren und erst dann die Chancen. Alle sogenannten Pseudo-Motivationstrainer, die Ihnen weismachen wollen, dass dies ein neuer Trend des negativen gesellschaftlichen Denkens sei, leben fachlich entweder hinter dem Mond, oder lügen. Punkt aus.
Diese evolutionär in unserem Stammhirn angelegte Sensibilität für Gefahren und Risiken, macht sich die Medienwelt zu nutze. Denn es geht einzig und alleine ums Verkaufen! Wirtschaftsunternehmen wollen möglichst hohe Gewinne. Diese werden nur durch möglichst hohe Auflagen erreicht. Und für hohe Auflagen brauche ich möglichst intensive Gefühle durch starkes Interesse der Leser. Also wird negativ berichtet, um unsere Aufmerksamkeit auf die Weise zu wecken, wie wir eben am leichtesten zu „kriegen“ sind. Das ist grundsätzlich eine nachvollziehbare Geschäftspraktik. Wichtig ist nur für Sie, dass Sie sich klar machen, worauf Sie sich einlassen, wenn Sie Medien konsumieren und wieviel davon zu konsumsieren wirklich sinnvoll und nutzenstiftend ist.

Nachrichten werden nach-gerichtet, damit wir uns danach richten

Schauen Sie doch in den nächsten Tagen mal die Nachrichten mit anderen Augen an. Wird dort wirklich objektiv informiert? Oder werden bestimmte Ereignisse in der Welt so nach-gerichtet (also nachträglich so ausgerichtet), dass in Menschen dabei ein bestimmtes Gefühl erzeugt wird? Die BILD-Zeitung bringts mit ihrem Slogan auf den Punkt: BILD Dir Deine Meinung.Die Frage ist nur: Wer bildet denn die Meinung? Bildet der Mensch seine Meinung wirklich noch selbst, bzw. kann er das bei diesen, auf bestimmte Emotionen nach-gerichteten Meldungen überhaupt noch? Oder bilden nicht schon längst die Medien unsere Meinungen?

Vielleicht gibt es auch noch ein paar weitere, ganz „praktische“ Gründe, warum Menschen durch die Medien auch weiterhin mit negativen Gefühlen „versorgt“ werden. Hier nur mal drei kurz angerissene gedankliche Impulse meinerseits dazu:

Drei (mögliche) weitere Gründe, warum negative Gefühle geschürt werden

1.: Negative Meldungen verursachen Angst. Aus dem Sport weiß ich: Ein Spieler der Angst hat, verhält sich sehr bald gehemmt und füht sich über kurz oder lang wie gelähmt. Das bedeutet, er kann sich nicht mehr frei entfalten, wird langsamer, ruhiger, stiller und bewegt sich weniger. Der Kopf wäre willig, aber das Fleisch ist schwach. Menschen die geistig und körperlich weniger aktiv sind, sind nicht so agil, energiegeladen und auch weniger widerstandsfähig. Womöglich wollen bestimmte Menschen in bestimmten Positionen auch genau so ein großen Personenanteil im Volk, der sich weniger zur Wehr setzen kann, da er durch Angst gezielt schwach gehalten wird. Nicht zu schwach, aber ein geschwächtes Volk ist leichter zu regieren, als eine energiegeladene, aktive Gruppe, die Selbstvertrauen und Stärke empfinden, anstatt Angst.

2.: Menschen die durch ständige Horrorszenarien in Angst vor Bürgerkriegen, Wirtschaftskrisen, Währungsreformen, Altersarmut, Arbeitsmarktkrisen, Klimakatastrophen usw. gehalten werden, fühlen sich hilflos und somit abhängig. Denn um solche Probleme zu meistern, brauchen die Meisten ja Hilfe von außen/oben. Nur wenige Menschen verstehen, dass sie von niemandem groß gemacht werden und dass auch niemand ihre Probleme löst – auch Frau Merkel nicht. Jeder Mensch, muss sich selbst groß machen. Erfolgsgrundsatz: Niemand interessiert sich ernsthaft für Deine Probleme, da niemand Deine Probleme lösen kann, außer du selbst!
In dem Moment, wo sich ein Mensch schwach und ängstlich fühlt, gerät er schnell in eine Opferhaltung und somit in eine Abhängigkeit. Man würde ja gerne erfolgreich sein, aber bestimmte, Menschen, Institutionen oder sonstige Umstände lassen es ja nicht zu. Und so wartet man auf die Hilfe von außen, die einem aus dem Schlamassel wieder rauszieht.

Das Problem ist nur: In dem Moment, wo ein Mensch „automatisch“ von außen angetrieben und unterstützt wird, hört er meist auf, sich selbst in Eigenverantwortung und Eigeninitiative zu bewegen. Er lässt sich treiben. Auch das ist ein evolutionäres Programm, denn unser Körper ist auf Energie sparen ausgelegt. Ich persönlich nenne dieses Phänomen „Rolltreppen-Mentalität“ (worüber ich schon mal in einem Video-Podcast gesprochen habe, den Sie sich hier ansehen können: http://url9.de/vN4). Die Rolltreppen-Mentalität beschreibt den Vorgang, dass Menschen aufhören sich selbständig fortzubewegen, in dem Moment, wo sie von der Rolltreppe automatisch vorwärts transportiert werden. Genau das gleiche Problem ergibt sich in unserer Gesellschaft in anderen Bereichen. Arbeitslosenhilfe vom Staat, oder eine Jobvermittlung durch die Agentur für Arbeit nehmen automatisch einige Probleme ab, bei denen man sich eigentlich selber bewegen müsste, wenn man wirklich überleben bzw. weiterkommen will (unabhängig davon, dass natürlich für manche Menschen eine erste Unterstützung in Ausnahmefällen vorübergehend sinnvoll sein kann).
Was bedeutet dies nun im Bezug auf unser Thema? Ganz einfach: Wenn die Menschheit durch negative Gefühle von BILD-Zeitung und Co. primär über Angstgefühle informiert wird, entsteht somit eine Schwäche und darausfolgende Abhängigkeit. Menschen die man klein macht und klein hält, sind leichter regierbar, da sie abhängig sind. Starke, kräftige, positive und intelligente Menschen sind gefährlich für Leute, die in höheren Machtpositionen stehen.

3.: Aus der Neurobiologie ist längst erwiesen, dass chronischer Stress krank macht. Auch Angst macht krank, denn Angst führt zu körperlichen Stresssymptomen – neuronal im Gehirn, sowie auch organisch im Körper. Herzinfarkte, Bluthochdruck und Depressionen sind nur wenige von vielen Krankheiten, die daraus entstehen.
Und jetzt die Kernfrage: Braucht unser Gesellschaftssystem kranke Menschen? Ja! Und wie! Denn an nichts verdient das System soviel Geld, als an einem Menschen, der immer wieder krank ist und Behandlungen, Beratungen und Medikamente braucht. Alleine die Pharmaindustrie ist als einer der größten Wirtschaftszweige in der Welt angewiesen darauf, dass Menschen krank sind und auch weiterhin werden. Von der Versicherungsbranche mal ganz zu schweigen. Hier sprechen wir nicht von tausenden, sondern von Millionen von Arbeitsplätzen, und auch nicht von Milliarden, sondern Billionen von Euros, die hier direkt auf dem Spiel stehen.
Ich möchte natürlich nicht soweit gehen und sagen, dass es Ziel von Medienmachern oder Regierungsbeauftragten ist, Menschen krank zu machen. Das ginge zu weit. Aber wer Angst schürt, hat immer auch verschiedene Interessen daran. Und das primäre Interesse ist nunmal ein ökonomisches und wirtschaftliches. Was das für Sie bedeutet, müssen Sie selbst für sich entscheiden.

Ich sage nur: Achten Sie auf die Art und den Umfang Ihres Medienkonsums und auch generell auf die Botschaften von außen (von anderen Menschen), die Sie in sich aufnehmen. Das Ganze hat größere Auswirkungen auf Ihre Gedanken, Ihre Gefühle, Ihre Gesundheit und somit Ihren Erfolg, als Ihnen bisher vielleicht bewusst war.

7 Gedanken zu „Warum BILD-Zeitung & Co. zu 90% negativ berichten

  1. Lieber Steffen,

    vor einigen Monaten habe ich umzugsbedingt meine Tageszeitung abbestellt, die ich – ja, mit ihr bin ich schon auf gewachsen – seit Jahrzehnten, wie in vielen Familien üblich, morgens beim Frühstück las. EIn Ritual – der Tag begann entspannt und ganz in Ruhe.
    Dachte ich! Im letzten Jahr, immer dann wenn es mir mental, physisch oder psychisch nicht so gut ging, habe ich meine Tageszeitung rein intuitiv keines Blickes gewürdigt. Habe aber nicht weiter darüber nach gedacht….
    In den letzten zeitungslosen Monaten ist mir dann aber bewusst geworden, dass es mir ohne diese morgendlichen Horrormeldungen viel besser geht.
    Nun beginnt mein Tag wirklich sehr entspannt und gesund, in jeglicher Hinsicht und ich gehe wesentlich beschwingter, fröhlicher, ausgeglichener, dynamischer …. durch diesen Tag.
    An mancher Stelle bin ich jetzt nicht mehr ganz so gut informiert, kann nicht immer bei allem mitreden, brauch mich aber auch nicht mehr über vieles auf zu regen oder zu ereifern. Ein, wie ich finde, sehr angenehmer Zustand.
    Und jetzt weiß ich ja auch, wieso die unangenehmen Gefühle aufkamen und wie sehr ich meinem Bauchgefühl trauen kann.
    Ich danke Dir für diesen tollen Artikel.
    Mit herzlichen Grüßen aus Moers
    Sabine

  2. Ich finde, die Bild-Zeitung ist heutzutage das, was früher die Bravo war. Kaum Niveau. Ich kenne einen Anstreicher (pardon: Maler und Anstreicher), der liest die Bild jeden Tag. Das ist das Niveau der „Bild“.
    Soll man noch mehr sagen?! Bild und Bravo gehen baldden viel zitierten Bach runter!

    • Lieber Ralf,
      bitte achte bei Deiner Art von Kommentaren auch auf Dein Niveau. Einen Satz von Dir haben wir bewusst rausgenommen und ihn zensiert. Wir lassen hier nur Kommentare insofern zu, dass sie zwischenmenschliche Werte nicht verletzen. Kritik ist okay, aber bitte mit Respekt.
      Danke Dir ansonsten für Deine Meinung und Deinen Beitrag.

      Viele Grüße, Steffen Kirchner

  3. Ein sehr guter Artikel. Gilt aber meiner Meinung nach nicht nur Bild & Co. Sämtliche Medien sind darauf angewiesen Angst zu verkaufen. Den Dauerangstzustand kompensiert dann der Leser/Zuhörer/Zuschauer mit einem übermäßigen Konsum von Verbrauchsgütern, Lebensmittel, Nervengift (Alkohol), Tabak und und mit anderen legalen oder illegalen Drogen „entspannt genießen“ :-).
    Und so schließt sich der Kreis…

  4. Wenn es die Bildzeitung nicht gäbe, die uns unterrichtet, was auf dieser WELT täglich an Schweinereien passiert, würde es sicher noch schlimmer, weil die vielen Banditen unendeckt ihren scheußlichen Weg gehen könnten.
    Sie sollte noch viel mehr berichten und alle und alles beim Namen benennen. Wenn Ihnen die Zeitung nicht gefällt, haben Sie vielleicht auch etwas zu verbergen und dann können Sie ja Werbeprospekte von OBI lesen.

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