Worte, die das Leben verändern – FOLGE 4: Glück

Wussten Sie schon, dass es bei Zielsetzungen gar nicht um die Zielerreichung geht? Sie denken sich jetzt vielleicht „Wie bitte??“. Ja, ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte: Zielerreichung macht nicht glücklich. Glück und erreichte Ziele haben kaum etwas miteinander zu tun.

Was wir uns immer klar machen müssen ist: Glück ist kein Zustand, sondern eine Geisteshaltung. Aus diesem Grund kann man Glück auch nicht „erreichen“, jedenfalls nicht, wenn wir von einem echten Lebensgefühl sprechen und nicht von vereinzelten Glücksgefühlen wie spontaner Euphorie etc.. Ein wahres inneres Gefühl von Motivation und Glück hat mit Erfolg oder Misserfolg, oder auch mit Siegen bzw. Verlieren nur wenig zu tun.

Siegen kann man im Leben nicht immer, gewinnen allerdings schon. Ein Sieger braucht immer einen Verlierer. Ein Gewinner nicht. Aus diesem Grund kann man mit der richtigen mentalen Einstellung, auch aus einer Niederlage als Gewinner hervorgehen, auch wenn man sich manchmal am Anfang nicht als solcher fühlt. Es ist eine Frage der eigenen Bewertung und Zielsetzung. Wenn ich eine Niederlage mit der Bedeutung gleichsetze, ein Verlierer zu sein, ist dies nur meine eigene Bewertung. Oder anders gesagt: Verlieren und ein Verlierer sein, sind zwei Paar Stiefel.

Ein wirklicher Verlierer ist derjenige, der eine Niederlage nicht als Chance nutzt um dadurch besser zu werden. Eine Niederlage ist etwas vorübergehendes, etwas temporäres. Ein Verlierer zu sein ist ein Stempel, den ich mir lebenslänglich selbst verpasse. Alleine diese beiden letzten Sätze, machen die Unterschied in der Geisteshaltung klar. Derjenige, der verliert, um daraus besser zu werden, wird auch durch eine Niederlage sein Gefühl von Glück und Motivation bewahren. Jemand der sich selbst als Verlierer sieht, wird unvermeidbar unglücklich.
Merken Sie sich einen wichtigen Grundsatz: Alles was Sie heute können und wer Sie heute sind, haben Sie nur deswegen erreicht weil Sie Ihre Niederlagen und Rückschläge im Leben soweit gebracht haben. Ist eine Niederlage dann also nicht sogar eines der besten Dinge, die uns von Zeit zu Zeit passieren kann – vielleicht sogar eine Voraussetzung für Glück?

Alles ist gut, so wie es ist – oder?

Ich habe eine Frage an Sie: Leben Sie in einem Chancenbewusstsein? Viele wissen gar nicht, was das ist. Lassen Sie es mich versuchen zu erklären.
Vor einigen Jahren sagte einer meiner Mentoren folgenden Satz zu mir: „Steffen, alles ist gut, so wie es ist.“ Klingt im ersten Moment komisch, ja vielleicht sogar provozierend, aber es ist die Wahrheit. Wenn wir manchmal nicht bekommen was wir eigentlich wollen, dann fühlt sich dies erstmal unschön an. Doch oft versteht man dann im Nachhinein, wofür das Ganze gut war.

Ich betreute vor Jahren eine professionelle Skeletonfahrerin namens Michaela Gläßer. Michaela hatte schon ihr Leben lang den großen Traum, bei den Olympischen Spielen teilnehmen zu können. Vor der letzten Winterolympiade 2010 in Vancouver, hatte sie sich tatsächlich sportlich dafür qualifiziert. Doch leider wurde Sie von Ihrem Nationalen Olympischen Komitee nicht nominiert und der Traum war wieder geplatzt. Eine sehr bittere Pille für einen Profisportler, denn es gibt im Laufe einer Karriere nicht viele Chancen, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Michaela war am Boden zerstört. Doch alles ist für etwas gut. Ein paar Tage später ereignete sich bei den Olympischen Winterspielen der tragische tödliche Unfall des georgischen Rodlers, der weltweit durch die Medien ging und für traurige, schockierende Schlagzeilen sorgte. Auf dieser Bahn wäre auch Michaela gefahren und vielleicht wäre ihr das Gleiche passiert. Die Familie des georgischen Rodlers wäre mit Sicherheit im Nachhinein froh gewesen, wenn sein Komitee ihn nicht nominiert hätte, denn dann wäre er noch am Leben. Michaela hatte womöglich sehr viel Glück im Unglück.
Was ich damit sagen will: Oft widerfährt uns etwas, das wir zunächst nicht verstehen können. Das Leben versteht man meistens nur rückwärts – leben aber müssen wir es vorwärts. Und genau das ist die Geisteshaltung, die zu Glück führt.

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