Kreativer Humor gewinnt!

Manchmal sind Humor und Kreativität wirkungsvoller als reines fachchinesisch, denn: Fachidiot schlägt Kunde tot! Schon lange geht es nicht mehr nur darum, 0-8-15 Antworten zu geben und Mitmenschen zu informieren, sondern eher darum, sie zu inspirieren und ein gutes Gefühl zu vermitteln. Nun wurde an einer Universität in Irland ein besonders hintergründiger Humor, gepaart mit großer Kreativität vom Professor belohnt. Amüsieren Sie sich über folgende kleine Geschichte, die tatsächlich auf einer wahren Begebenheit beruht.

Es handelt sich wirklich um keinen Scherz: Im Rahmen des Abschlusstests „Chemie“ der Universität Maynooth (Grafschaft Kildare, Irland), wurde den Studenten folgende Bonusfrage gestellt.
Ist die Hölle exotherm (gibt Wärme ab) oder endotherm (absorbiert Wärme)?

Die Antwort eines Studenten war so tiefschürfend, dass der Professor sie seinen Kollegen nicht vorenthalten wollte und über das Internet verbreitete, weshalb wir uns nun ebenfalls daran erfreuen und daraus lernen dürfen.
Die meisten Studenten mutmaßten mit Hilfe von Boyles Gesetz, dass sich Gas beim Ausdehnen abkühlt und die Temperatur bei Druck steigt oder etwas in der Art. Ein Student allerdings schrieb Folgendes:

„Zuerst müssen wir herausfinden, wie sehr sich die Masse der Hölle über die Zeit verändert. Dazu benötigt man die Zahl der Seelen, die in die Hölle wandern, und die Zahl jener Seelen, die die Hölle verlassen.
Ich bin der Meinung, dass man mit einiger Sicherheit annehmen darf, dass Seelen, die einmal in der Hölle sind, selbige nicht mehr verlassen. Deswegen ist der Rückschluß zulässig: keine Seele verlässt die Hölle.
Bezüglich der Frage, wie viele Seelen in die Hölle wandern, können uns die Ansichten der vielen Religionen Aufschluss geben, die in der heutigen Zeit existieren. Bei den meisten dieser Religionen wird festzustellen sein, dass man in die Hölle wandert, wenn man ihrer Religion nicht angehört. Da es mehr als nur eines dieser Glaubensbekenntnisse gibt und weil man nicht mehr als einer Religion angehören kann, kann man davon ausgehen, dass alle Seelen in die Hölle wandern.
Angesichts der bestehenden Geburts- und Todesraten ist zu erwarten, dass die Zahl der Seelen in der Hölle exponentiell wachsen wird.
Betrachten wir nun die Frage des sich ändernden Umfangs der Hölle. Da laut Boyles Gesetz sich der Rauminhalt der Hölle proportional zum Wachsen der Seelenanzahl ausdehnen muss, damit Temperatur und Druck in der Hölle konstant bleiben, haben wir zwei Möglichkeiten:
1. Sollte sich die Hölle langsamer ausdehnen als die Menge hinzukommender Seelen, wird die Temperatur und der Druck in der Hölle so lange steigen bis die ganze Hölle auseinander bricht.
2. Sollte sich die Hölle schneller ausdehnen als die Menge hinzukommender Seelen, dann werden Temperatur und Druck fallen, bis die Hölle zufriert.

Welche der Möglichkeiten ist nun die Lösung?
Wenn wir die Prophezeiung meiner Kommilitonin Sandra aus dem ersten Studienjahr mit einbeziehen, nämlich, dass eher die Hölle zufriere, bevor sie mit mir schlafe, sowie die Tatsache, dass ich gestern mit ihr geschlafen habe, kommt nur Möglichkeit zwei in Frage. Deshalb bin ich überzeugt, dass die Hölle endotherm ist und bereits zugefroren sein muss.
Aus der These, wonach die Hölle zugefroren ist, folgt, dass keine weiteren Seelen dort aufgenommen werden können, weil sie erloschen ist.
Womit nur noch der Himmel übrig bleibt, was die Existenz eines göttlichen Wesens beweist und was wiederum erklärt, warum Sandra gestern Abend die ganze Zeit „Oh mein Gott!“ geschrien hat.“

Dieser Student erhielt als einziger eine Eins! Anstatt eine fachtheoretisch korrekte Erläuterung abzugeben, reagierte der Student auf die ungewöhnliche Frage mit einer ungewöhnlichen Antwort.

Was können wir daraus lernen? Vielleicht sollten wir so manche Frage im Leben spielerischer nehmen und beantworten. Vielleicht sollten wir auch Prüfungen als Spiel sehen und nicht immer so ernst nehmen. Und vielleicht sollten wir unser Leben, sowie vor allem uns selbst, nicht immer so ernst nehmen. Natürlich ist es wichtig, immer das Beste zu geben, was im jeweiligen Moment möglich ist. Doch am Ende gewinnt im Leben meist derjenige, der bei anderen Menschen (wie auch bei sich selbst) ein gutes Gefühl hinterlässt. Sei es durch Wertschätzung, durch Aufmerksamkeit, durch Empathie oder auch einfach durch Aufmunterung und Humor. Ein bekanntes chinesisches Sprichwort brachte diese Weisheit schon vor vielen Jahrhunderten zum Ausdruck, mit den Worten: „Das Leben meistert man entweder spielend, oder überhaupt nicht.“

2 Gedanken zu „Kreativer Humor gewinnt!

  1. Hallo Herr Kirchner,
    sie haben mir jetzt mit ihren Zeilen ein Lächeln auf die Lippen gezaubert.
    Ihre Texte regen sehr zum Nachdenken an und geben Motivation für den heutigen Tag und die kommende Zeit. Klasse geschrieben.
    Herzliche Grüße aus Landshut
    Maik

    • Vielen Dank Maik, Ihre Zeilen freuen mich. Ich hoffe dass Sie persönlich vom Hochwasser in Landshut verschont geblieben sind. In schwierigen Zeiten wie diesen ist Humor der wichtigste Bestandteil, des persönlichen mentalen Survivalpakets.
      Herzliche Grüße, Steffen Kirchner

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