Warum Vergebung der Energiegeber Nummer 1 ist

Kaum etwas fällt uns Menschen manchmal so schwer wie Vergebung. Viele Leute tragen Gefühle wie Wut, Zorn, Hass oder Enttäuschung anderen Personen gebenüber für Monate, Jahre oder machmal sogar Jahrzehnte in Ihrem Innersten herum. Rein menschlich und moralisch ist die Schwierigkeit zur Vergebung durchaus häufig auch nachvollziehbar. Anhand einer schönen metaphorischen Geschichte aber, möchte ich Ihnen heute bewusst machen, was man sich mit der Unfähigkeit zur Vergebung vor allem selbst alles antut.Hier die Geschichte:
„Ein Lehrer fragte einmal seine Schüler, sie sollen doch bitte, einige Kartoffeln in einer Plastiktüte in die Schule mit bringen. Auf jede der Kartoffeln, sollen die Namen der Personen, die das Kind ablehnt aufgeschrieben werden. Für jede abgelehnte Person, sollen die Kinder eine Kartoffel beschriften.
Am nächsten Tag brachten die Kinder ihre Kartoffeln in der Tüte mit, die sie mit den Namen der Menschen beschrifteten, welche sie nicht mochten. Einige der Kinder, hatten zwei, drei und einige hatten sogar mehr als fünf Kartoffeln. Nun stellte der Lehrer den Kindern folgende Aufgabe: „Tragt diese Tüte mit den Kartoffeln ab sofort immer Euch, Tag und Nacht. Nehmt die Kartoffeln für eine komplette Woche immer und überall hin mit, wo ihr hingeht.“

Nach ein paar Tagen begannen die Kinder, sich  über den schlechten Geruch, der aus der Tüte von diesen Kartoffeln kam, zu beklagen. Die Schüler die viele Kartoffel beschriftet hatten, beschwerten sich auch noch über das Gewicht, das sie dauern mit sich herum tragen mussten und auch darüber, dass es bei ihnen noch viel mehr stank als bei denen, die nur ein oder zwei Kartoffeln in ihrer Tüte hatten.
Nach einer Woche, durften die Kinder alle Kartoffeln wegwerfen. Der Lehrer fragte: ”Und wie fühlt ihr euch nach dieser einen Woche?“ Die Antwort der Kinder war, dass sie sich wegen dem Gestank und dem schweren Gewicht, schrecklich gefühlt hatten. Nun aber, wo sie endlich alles wegwerfen konnten, waren sie sehr erleichtert. Endlich konnten sie wieder frei aufatmen.“

Vergebung befreit physisch, mental, emotional und spirituell

Für mich persönlich ist diese Geschichte eine wunderbare Metapher um zu verstehen, was Hass, Wut und sonstige negativen Gefühle auf Dauer mit uns selbst anstellen. Wenn wir jemanden in unserem Leben hassen, dann tragen wir bildlich gesprochen genau so eine Tüte mit einer großen schweren Kartoffel für längere Zeit mit uns herum. Wenn es mehrere Menschen gibt, gegen die wir negative Gefühle heben, ohne ihnen zu vergeben, dann wird dieser Sack auf unseren Schultern damit immer schwerer. Zusätzlich vernebelt der Gestank der faulenden Kartoffeln unsere Sinne und gibt uns zusätlich schlechte Gefühle. Kurzum: Wer den Gestank einer verdorbenen Kartoffel nicht einmal für eine Woche problemlos aushält, wie viel schlimmer ist dann Auswirkungen seines Hasses in seinem Herzen, wenn er diesen ein ganzes Leben lang mit sich herum trägt? Mit Gefühlen wie Hass, Wut oder Schuldzuweisungen verhält es sich ganz ähnlich wie mit faulen Kartoffeln: Er wenn man sie wegwirft, wird einem das Herz wieder leicht.

Wir müssen verstehen, dass Hass unser Energiekiller Nummer 1 im Leben ist. In der logischen Konsequenz ist Vergebung unser Energiegeber Nummer 1. Denn durch negative Gefühle wie Hass und Zorn tun wir keinem anderen Menschen etwas an, sondern nur uns selbst. Die Auswirkungen unserer Gefühle sind für niemanden so spürbar, wie für uns selbst. Alle menschlichen Ebenen leiden unter diesem Zustand. Wir fühlen uns spirituell angeschlagen, da unser Glaube an das Gute im Menschen oder an das Gute in der Welt erschüttert ist. „Man kann echt niemandem mehr vertrauen“ heißt es dann oft. Damit verschließen sich die Menschen dann und sind nicht mehr offen für neue Vertrauensverhältnisse. Durch diese Verschlossenheit bestrafen sie sich allerdings am meisten selbst.
Weiterhin wirken sich derartig negative Gefühle auch auf unsere emotionale wie auch mentale Ebene aus. Denn wer jemand anderen hasst, muss dieses Gefühl erst einmal in sich selbst erzeugen, um es dann auch im Außen zeigen zu können. Wer sich emotional schlecht fühlt, ist in der Folge automatisch auch mental schlecht drauf. Es leiden mentale Fähigkeiten wie unsere Klarheit, unsere Konzentrationsfähigkeit, unsere Willenskraft, unsere Kreativität usw.. Am Ende wirkt sich das Ganze dann auf unserer physischen Handlungsebene aus. Denn der Zustand unseres Geistes spiegelt sich immer auch in der Art und Weise unseres Sprechens und Handelns wider. Man tut das, was man fühlt und wird am Ende zu dem, was man tut.

Das bedeutet: Mit Hass- und Wutgefühlen zerstören wir in letzter Instanz niemand anderen, als uns selbst. Wer sich im Leben befreien möchte und wieder möglichst viel neue Energie gewinnen will, sollte sich in Vergebung üben und sich aufschreiben, wem er in seinem Leben bislang noch nicht vergeben hat. Das können Menschen aus der Familie sein, genauso wie ehemalige Freunde, Arbeitskollegen oder Vorgesetzte. Wichtig: Oftmals kann man das auch selbst sein. Denn jeder macht im Leben Fehler – doch nicht jeder verzeiht sich selbst seine Fehler.

Überlegen Sie mal ganz genau, wie es um Ihre Fähigkeit zur Vergebung steht. Sich in Vergebung üben bedeutet, sich mit der Situation oder dem Vorfall von damals wirklich zu beschäftigen und geistig auseinanderzusetzen, anstatt das Ganze unter hasserfüllten negativen Gedanken zu verstecken. Erst durch die mentale Konfrontation mit einem Ereignis, das man nicht mehr länger verdrängt oder mit Hassgefühlen bekämpft, entsteht die Möglichkeit zur Vergebung.

Wird diese Vergebung nach und nach über einen bestimmten Prozesszeitraum geschafft, so gewinnt man selbst auf allen Ebenen am meisten. Man ist spritituell befreit, emotional wieder glücklicher, mental wieder klarer und leistungsfähiger, was sich dann am Ende auch in allen unseren Handlungen Aktionen auswirkt. Somit verwandeln Sie einen riesigen (oft auch unbewussten) Energiekiller (der sich z.B. auch durch körperliche Schmerzen und Krankheiten phyisch auswirken kann), in einen Energiegeber. Vergebung befreit – vor allem Sie selbst.

6 Gedanken zu „Warum Vergebung der Energiegeber Nummer 1 ist

  1. Sehr schöne Erklärung! Stimme voll zu.jeden Tag versuche genau so zu machen, mich selbst nicht kaputt zu machen, und die schrekliche Tüte nicht mittragen.kann nur sagen, wenn man das lernt die anderen zu verzeigen, kommt das schwierigste, sich selbst zu verzeihen.Das ist Kunst dein leben glücklich zu machen!

  2. Ein wunderbarer Artikel – gefällt mir ausgesprochen gut und teilt zu 100% auch meine Meinung. Mit negativen Gefühlen, wie Wut, Zorn, Rache … schadet man in erster Linie sich selbst. Es ist unnötiger Ballast, der niemandem hilft. Die „Kartoffel“-Geschichte veranschaulicht das super-gut. Damit wir aber nicht nur anderen, sondern auch uns selbst verzeihen zu können, müssen wir unsere Gefühle nach ihren realen Hintergründen befragen. Das, und hier stimme ich o.a. Olesya zu, ist nicht immer ganz einfach, doch wenn es gelingt das zu verstehen, ist verzeihen einfach und es geschieht Entwicklung.

  3. Da wandte sich Petrus an Jesus und fragte ihn: „Herr, wenn mein Bruder an mir schuldig wird, wie oft muss ich ihm verzeihen? Siebenmal?“ „Nein, nicht siebenmal“, antwortete Jesus, „sondern siebzigmal siebenmal!“ Matthäus 18,21.22

  4. Vergebung hat mit Widerstand zu tun. Denn es braucht Kraft diese Unversöhnlichkeit aufrecht zu erhalten. Diese gebundene Kraft wird wieder freigesetzt und deshalb ist es indirekt ein Energie-Geber.
    Schöner Artikel, insbesondere auch die Geschichte.

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