Das Hochstapler-Syndrom

Es sind 5 zentrale Faktoren, an denen Menschen scheitern. Ich nenne es das Hochstapler-Syndrom. Welche 5 Erfolgskiller Du unbedingt vermeiden solltest, erfährst Du heute in diesem Blog. Vielleicht erkennst Du an Dir selbst oder an anderen Menschen in Deinem Umfeld den einen oder anderen Faktor und kannst daraus lernen.

Ein Hochstapler hat das Talent, trotz kleiner Erfolge niemals wirklich erfolgreich zu werden. Ich habe 5 Faktoren für Dich zusammengestellt, warum dies so ist. Mach nicht den Fehler und verwandle Dein Selbstbewusstsein in Selbstüberschätzung.

Man sollte nicht davon ausgehen, dass man selbst derjenige ist, der alles kann, sondern sich auch mal von anderen helfen lassen und einen gut gemeinten Rat annehmen.

Viele Menschen unterliegen diesem Hochstapler-Syndrom: Sie sind hoch kompetent, wissen viel und haben das Talent, das, was sie können oder in ihnen steckt, wunderbar nach außen hin zur Schau zu stellen:

  • Sie haben eine Familie und einen Partner, in der scheinbar nach außen alles gut ist, aber in Wahrheit ist ein Partner dominant und erdrückt den anderen
  • Nach außen hin wird alles als heile Welt gespiegelt um dem Umfeld ein perfektes Leben vorzutäuschen
  • Diese Menschen sprechen viel von früher und sind nicht im Hier und Jetzt

„Dein größter Feind für den Erfolg von heute ist der Erfolg von gestern.“Hochstapler schwelgen noch in Erfolgen, die sie früher einmal feiern konnten. Sie leben noch immer in einer Illusion von dem, was sie früher geschafft und seitdem nie mehr erreicht haben.

Es gibt ein englisches Sprichwort: If you don’t reach it, teach it. Oftmals kann man dieses Verhalten bei Menschen beobachten, die gerne selbst einmal erfolgreich gewesen wären, es aber aufgrund der Umstände (Geld, Eltern etc.) nie gewesen sind. Wenn Eltern zum Beispiel bestimmt Ergebnisse von ihren Kindern erwarten und ihren eigenen Traum durch sie erfüllen möchten, spricht man von der Ego-Falle.

Das Hochstapler-Syndrom ist keine Erfindung von mir, sondern ein wissenschaftlich belegtes Phänomen, welches auch der Dunning-Kruger-Effekt genannt wird.

Dunning-Kruger-Effekt: Das Hochstapler-Syndrom

Der Dunning-Kruger-Effekt beschreibt die systematische fehlerhafte Neigung relativ inkompetenter Menschen, die das eigene Können überschätzen und die Kompetenz anderer Menschen dabei unterschätzen. Sie glauben dass ihr eigenes Wissen unfassbar groß ist und gleichzeitig andere Menschen nichts können. Dunning und Kruger hatten 1999 in vorherigen Studien bemerkt, dass etwa beim Erfassen von Texten, beim Schachspielen oder Autofahren die eigene Unwissenheit oft zu mehr Selbstvertrauen führt als eigenes Wissen. An der Cornell University erforschten die beiden Wissenschaftler diesen Effekt in weiteren Experimenten und kamen 1999 zum Resultat, dass weniger kompetente Personen

  1. dazu neigen, ihre eigenen Fähigkeiten zu überschätzen;
  2. überlegene Fähigkeiten bei anderen nicht erkennen;
  3. das Ausmaß ihrer Inkompetenz nicht zu erkennen vermögen;
  4. durch Bildung oder Übung nicht nur ihre Kompetenz steigern, sondern auch lernen können, sich und andere besser einzuschätzen.

Es ist kein Geburtsfehler, sondern etwas Erlerntes, aus dem man sich wieder heraus entwickeln kann. Dunning und Kruger zeigten, dass schwache Leistungen mit größerer Selbstüberschätzung mehr einhergehen als stärkere Leistungen. „Wenn jemand inkompetent ist, dann kann er nicht wissen, dass er inkompetent ist.“ Sie können also selbst nicht einmal etwas dafür. Es gibt wirklich Menschen, die haben ein großes Talent, ihren Erfolg wieder zu zerstören – durch das Hochstapler-Syndrom.

  1. Ignoranz

Ignoranz bedeutet nicht Dummheit. Diese Menschen blenden ganz bewusst Fakten der Realität aus. Ein Bekannter von mir war mal sehr erfolgreich in seinem Geschäft. Heute ist er es nicht mehr, aber er macht den Erfolg größer, als er damals wirklich war und meint auch jetzt, alles richtig zu machen. Er lebt noch in er Selbstillusion, die er sich aufgrund dieses Erfolgs geschaffen hat. Er ignoriert, dass er doch nicht alles richtig macht und auch die Ergebnisse eine andere Sprache sprechen. Wie hoch Du Dich einschätzt, hat auch mit den Ergebnissen zu tun, die Du produzierst. Wenn Du seit zwei bis drei Jahren nicht mehr die Ergebnisse erzielst, die Du erzielen müsstest, ist die Ignoranz im Spiel. Man ignoriert sein eigenes Know-How. Man sieht sich auf einer Stufe, auf der man überhaupt nicht ist. Gleichzeitig werden andere Menschen herabgesetzt.

  1. Selbstüberschätzung

Diese Menschen glauben, dass sie die Besten sind und andere ihnen nicht das Wasser reichen können. Es ist ein schmaler Grat. Ich war einmal in einem großen Network-Marketingunternehmen und habe vor vier- bis fünftausend Menschen gesprochen. An meinem Bücherstand kamen dann tausend vorbei und es führte dazu, dass ich für mich erkannt habe: Diese Welle von Wertschätzung ist toll, aber wenn Du aus dieser Erfahrung den Schluss ziehst, dass Du der Beste bist, dann hast Du Dich getäuscht. Ich habe erkannt: Ja, Du darfst stolz und selbstbewusst mit dieser Anerkennung umgehen, aber es darf nicht zu einer Selbstüberschätzung führen und es als gegeben annehmen.

Verstehe, dass Du Dich jeden Tag wieder selbst beweisen musst. Egal, was Du schon erreicht hast. Es geht immer wieder von Null los. Dein Respekt und Dein Selbstvertrauen hast Du täglich neu zu erarbeiten. Es ist schön, wenn Dich Menschen schätzen und Du musst Dich auch selbst schätzen, aber gerate nicht auf den falschen Weg, indem Du Dich selbst überschätzt. In einem Raum mit 100 Menschen bist Du definitiv in den meisten Dingen nicht der Schlauste. Es kann sein, dass Du in einer kleinen Sache der Beste bist.

  1. Beratungsresistenz

Es kommen Menschen von außen und geben Tipps, doch diese perlen an diesen Menschen ab. Natürlich müssten wir uns nicht von jedem Tipps geben lassen. Aber es gibt Menschen, die denken, sie sind die Größten und egal auf welcher Stufe der Gegenüber steht – sie hören nicht zu.

Als ich angefangen habe, Motivationsvorträge zu halten, war ich in einer großen Weiterbildungsveranstaltung. Da sollten die acht besten Redner Deutschlands auftreten. Ein bis zwei waren wirklich gut und der Rest war Durchschnitt. Damals habe ich gedacht: „Lasst mich doch da oben auf der Bühne stehen. Ich kann das doch viel besser!“ Ich habe mich komplett selbst überschätzt. Fakt war, zwei waren überragend und die anderen wirklich durchschnittlich. Bloß weil ich aber erkannt hatte, dass es so war, hieß das noch lange nicht, dass ich es besser gekonnt hätte. Die eigene Leistungsfähigkeit im Vergleich zu anderen richtig einzuschätzen, das ist eins der großen Probleme dieser Leute. Und dann fehlt die Beratungsfähigkeit.

Ich habe mich anschließend mit meinem damaligen Mentor getroffen und ihm von diesen „Pfeifen“ erzählt. Mein Mentor hat mir den Kopf gewaschen: „Steffen, Du bist ein kleiner Scheißer. Du kannst nichts besser als die. Was glaubst Du, wer Du bist. Du siehst vielleicht, dass sie manche Dinge nicht optimal machen, aber das heißt nicht, dass Du sie besser kannst.“

Zum Glück war ich nicht beratungsresistent, denn dann wäre ich dem Hochstapler-Syndrom unterlegen. Aber ich habe es angenommen, weil ich beratungsoffen war.

  1. Verwechslung Freund und Feind

Die Menschen mit Hochstapler-Syndrom wollen die vermeintliche Karriereleiter hoch, jedoch befinden sie sich in einer Achterbahn. Für sie ist die Leiter eher eine Acht, sie kommen niemals oben an und befinden sich irgendwann immer wieder am Ausgangspunkt. Es entsteht Stress. Im eigenen Leben, körperlich, finanziell und privat, in der Familie und im Freundeskreis.

Dann schlagen die Menschen wie wild um sich, brechen Kontakte ab und auch die wenigen, die sie mal unterstützt und an sie geglaubt haben, die werden auf einmal angegriffen. Dinge werden anders ausgelegt und es entsteht Neid, Missgunst und Konkurrenzdenken. Die Kommunikation leidet und der Freund wird zum Feind oder Gegenpol. Da wird plötzlich mit anderen Menschen schlecht über den Freund gesprochen. So sitzt er irgendwann alleine in der Achterbahn.

  1. Gegenbeispiel-Fetischismus

Was ist der Gegenbeispiel-Fetischismus, wirst Du Dich jetzt vielleicht fragen? Es gibt Menschen, die wollen damit erfolgreich sein, indem sie alles anders machen als die anderen. Schau dir an, was erfolgreiche Menschen machen und modelliere es. Nicht kopieren! Nimm die Grundprinzipien und mach es auf Deine Weise. Es gibt Menschen, die Revolutionäre sein wollen, um sie anders zu machen und sich abzuheben und dafür Anerkennung zu erhalten. Dieses emotionale Streben nach Bedeutsamkeit ist so stark und es gibt ein so großes Defizit, auch wenn es nicht zum gewünschten Ergebnis führt. Obwohl es nachweislich nicht sinnvoll ist und nicht zu den entsprechenden Ergebnissen führt. Aber es wird daran festgehalten.Es ist eine Mischung aus Ignoranz, Selbstüberschätzung, „ich weiß wie es funktioniert“ und Beratungsresistenz.

Klar, manchmal gibt es Menschen, die neue Wege zum Erfolg finden. Aber in der Kombination mit den anderen Faktoren ist es ein sehr gefährlicher Aspekt. Viele Menschen scheitern am Gegenbeispiel-Fetischismus. Sie sind Gegenbeispiel-Sortierer. Dieser Begriff kommt aus dem Neuro-Linguistischen Programmieren (NLP). Kinder, die am liebsten das machen, was man ihnen verbietet, haben diese Eigenschaft. Diese Menschen versuchen immer ihren eigenen Kopf durchzusetzen, was oft sehr schmerzhaft ist.

Jeder Mensch, auch ich selbst, muss immer wieder aufpassen, nicht selbst in das Hochstapler-Syndrom abzurutschen. Es ist eine schmerzhafte Phase im Leben. Durch eine Erkenntnis, Selbst-Reflektion und die Hinweise des Lebens können diese Menschen wieder zur Vernunft kommen: „Das bin ich doch gar nicht selber“, werden sie sich denken. In jedem Menschen steckt ein bodenständiges Wesen.

Achte auf Dich selbst und dass Du diesen fünf Faktoren nicht erliegst. Wenn Du ehrliche Menschen um Dich herum hast, frag sie nach ihrem Eindruck. Oder gib Freunden, an denen Du diese Punkte erkennst, ein ehrliches Feedback. Kannst Du beraten und hast Du einen Zugriff? Wenn Sie dann um sich schlagen, macht das keinen Sinn, weiterhin in Kontakt zu bleiben. Manchmal sind Menschen in einer Situation, in der Du nicht helfen kannst und Du diesen Menschen ihre Erfahrung gönnen musst.

Dein Steffen Kirchner

 

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