Worte, die das Leben verändern können – FOLGE 1: Wille

„Wille und Disziplin führen Dich durch den Tag, aber nicht durchs Leben.“

Wissen Sie was Volition ist? Es ist das Gegenstück zur Motivation. Besser bekannt ist das Wort Volition unter dem deutschen Begriff „Willenskraft“. Was oft nicht verstanden wird: Den eigenen Willen gezielt dazu einzusetzen, um etwas zu erreichen, hat mit Motivation überhaupt nichts zu tun! Gleichzeitig gilt: Wer etwas zu wenig will, also scheinbar zu wenig Willenskraft besitzt, leidet nicht an einem Motivationsproblem! Denn auf dem Weg zur Erreichung eines Ziels, setzt der Wille genau an der Stelle ein, wo die persönliche Motivation endet.

Was ist eigentlich Motivation?

Motivation ist ein natürliches, inneres Streben nach bestimmten Werten, Umständen, Ergebnissen, Dingen, Handlungen oder Erfahrung. Kein Mensch ist unmotiviert, denn jeder von uns strebt im Leben nach bestimmten Voraussetzungen, die er/sie braucht, um sich persönlich glücklich, energiegeladen und somit sicher zu fühlen. Oftmal müssen wir allerdings, um bestimmte Ziele zu erreichen, auch Dinge erledigen, die unserem natürlichen inneren Streben entgegenstehen.
Beispiel: Es gibt z.B. Personen, mit einem starken inneren Bedürfnis nach Harmonie. Allerdings strebt kein Mensch nur nach einem solchen Lebensmotiv, sondern nach mehreren gleichzeitig. Um beim oben genannten Beispiel zu bleiben, könnte es also passieren, dass dieselbe beschriebene Person neben Ihrem Harmonie-Bedürfnis, gleichzeitig auch noch nach einer gewissen Zurückgezogenheit und „Einsamkeit“ strebt, d.h. also gerne für sich alleine ist, ohne dass ständig Freunde, Kollegen oder Familienmitglieder um einen herumspringen und den Kontakt suchen. Genau an dieser Stelle entsteht das Dilemma, denn die gleichzeitige Erreichung dieser beiden Motive schließt sich nun phasenweise möglicherweise aus.
Um es praktisch zu beschreiben: Wenn ein Mensch versucht, seine Zurückgezogenheit leben zu können, muss er sein Umfeld darüber informieren, dass er eben ab und an seine Ruhe braucht und niemanden sehen will. Auf gut deutsch gesagt muss er beispielsweise seiner Ehefrau klar machen: „Schatz, lass mich einfach an 1-2 Abenden in der Woche mal in Ruhe!“. Unter der Annahme, dass seine Frau ein äußerst kontaktfreudiges Wesen ist, welches als echtes „Herdentier“ am liebsten ständig Leute um sich hat und ganz ungerne alleine ist, wird sie diesen Wunsch ihres Mannes höchstwahrscheinlich mit wenig Freude aufnehmen. Die Folge: Diskussionen, Unverständnis und womöglich ein kleiner Streit. Nun muss sich der Betroffene entscheiden, ob er sein Motiv der Zurückgezogenheit dennoch durchsetzen will, und damit gleichzeitig sein Harmonie-Motiv vorübergehend hinten anstellt, oder eben nicht. Die Folge ist zwangsläufig für einen gewissen Zeitraum: Fehlendes Motivationsgefühl, nachlassende Freude, Stress und Unsicherheitm da man ja zwangsläufig mindestens ein Motiv vernachlässigen muss, um das andere zu befriedigen.

Wille ist wichtig, aber kein langfristiger Glücksbringer

Um aufs Thema der Volition zurück zu kommen: Wenn wir phasenweise gegen unsere innere Motivation handeln müssen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, brauchen wir genau für diesen Prozess Volition – also Willenskraft. Der Wille und auch Disziplin sind genau deshalb so wichtige Fähigkeiten, da sie uns Menschen helfen, auch schwerere Phasen zu überstehen und das zu tun, was für eine Zielerreichung zu tun ist, obwohl (oder gerade weil) in diesem Zeitraum die eigenen Motive nicht alle befriedigt werden können.

Aber Achtung: Willenskraft und Disziplin aufzuwenden KOSTET Energie. Die Ebene der Volition ist überlebenswichtig und gut, aber sie ist ein großer Energieverbraucher!
Die Ebene der Motivation hingegen GIBT Energie. Wer im Leben Tätigkeiten nachgehen kann (um persönliche Ziele zu erreichen), die aus dem inneren, natürlichen Streben entspringen, der wird von einem Gefühl von Energie, Power und Glück zum Ziel scheinbar getragen. Natürlich gibt es für jeden Menschen immer wieder mal Phasen, wo man nur mit echtem Willen und Disziplin weiterkommt. Die Frage ist allerdings: Wie lange leben Sie nur von Ihrem Willen und ignorieren dabei Ihre eigentlichen (energiegebenden) inneren Motivationsfaktoren? Willenskraft setzt sozusagen wie ein Notstromaggregat dann ein, wenn die Umsetzung der Schritte auf dem Weg zum persönlichen Ziel, auf Basis der Eigenmotivation gerade nicht möglich ist.

Die Leistungsfreude und Energie eines Menschen, stößt sehr schnell an ihre Grenzen, wenn man im Leben nur auf der Ebene der Willenskraft unterwegs ist. Mit Disziplin und Wille kann man sehr vieles schaffen und sich durch den Tag retten, um die notwendigen To-Do´s abzuarbeiten (gerade auch dann, wenn man eben eigentlich gar keine Lust dazu hat). Doch auf Dauer geht das nicht gut. Durchs Leben führt nicht der Wille, sondern die innere Motivation, gepaart mit einem gesunden Maß an Inspiration für den eigenen Lebenssinn. Ihr Lebensglück entscheidet sich langfristig gesehen dadurch, ob sie mehr über den Hebel der Volition oder den der Motivation arbeiten. Beide Hebel funktionieren – aber einer davon eben nicht auf Dauer.

Mehr Infos über die menschlichen Lebensmotive finden Sie hier.
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