Schritt für Schritt: Emotional Abstand gewinnen

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Gibt es etwas, das Dir aktuell nicht gut tut? Möchtest Du emotional Abstand gewinnen? Heute zeige ich Dir eine mentale Technik, mit der Du es schaffst emotional Abstand zu gewinnen – egal ob zu einer Sache oder einem Menschen. Mehr Abstand hilft Dir, die Dinge klarer zu sehen. Diese Technik unterstützt Dich, um wieder ein besseres Miteinander mit Deinen Mitmenschen aufzubauen oder auch eine positivere Einstellung in Bezug auf eine Sache. Sie hilft Dir aber auch beim Loslassen und neuen Wegen bestreiten. Und zusammen gehen wir das heute Schritt für Schritt durch. Lass uns starten!

Welche Rolle spielt das Unterbewusstsein?

Die Technik mit der wir heute arbeiten, um emotional Abstand zu bekommen, stammt ursprünglich aus dem Mentaltraining. Sie arbeitet mit der Kraft der Visualisierung, also der „inneren Bilder“. Unser Unterbewusstsein funktioniert am stärksten durch Bilder. Alle tiefsitzenden „Programme“ die wir besitzen und somit auch unsere Beziehungen (bzw. Bindungsprogramme) zu Menschen, Dingen oder Gewohnheiten sitzen im Unterbewusstsein. Daran zu kommen ist gar nicht so einfach und mit dem rationalen Verstand funktioniert es nicht.

Viele sind zum Beispiel im Job zu stark emotional eingebunden, engagieren sich zu viel und sind einfach zu sehr mit dem Herzen dabei. Auch bei unserer Familie könnte etwas Abstand manchmal gut tun. Was also tun, wenn Du mehr emotionalen Abstand zu etwas bräuchtest?

Die Balkon-Technik

Ich erkläre Dir zunächst den theoretischen Hintergrund. Stell Dir vor, Du stehst im 3. Stock auf einem Balkon und beobachtest eine Situation, die Dir passiert bzw. passiert ist. Du bist nun in der Beobachter Position, also außen vor. In der Psychologie nennt an das auch Dissoziation, also von etwas getrennt sein. Wenn Du eine Straße entlang gehst, gibt es zwei Perspektiven: Die in Dir selbst und die als Beobachter von Dir.

Ich verdeutliche Dir das anhand eines Beispiels. Stell Dir vor, Du streitest mit Deinem Partner oder Deiner Partnerin und es geht richtig heiß her, so dass die Fetzen fliegen. Du lässt Dich richtig in den Streit ziehen. Diskussionen, Jammern, Vorwürfe – das volle Programm. Du fühlst Dich dadurch natürlich auch nicht gut, bist wütend, traurig oder enttäuscht. Wenn Du Dich in so einem Moment emotional nicht in diesen Streit ziehen lassen und Abstand gewinnen möchtest, hilft es häufig, sich das Ganze von außen zu betrachten. Durch die Beobachterposition bekommst du emotionalen Abstand. Wie funktioniert das?

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Geh in Dich, sei gelassen. Du stellt Dir wieder mental vor, wie Du Dich auf einen Balkon im 3. Stock stellst und Dich in dieser Streitsituation beobachtest. Schau genau hin. Wenn diese Person das nächste Mal zu Dir kommt und wieder einen Streit vom Zaun brechen möchte, gehst Du gedanklich wieder auf den Balkon. Richte Dir diesen Platz richtig gemütlich ein: Sonne, eine bequemer Liegestuhl, Pflanzen und Dein Lieblingsgetränk auf einem kleinen Tischchen neben Dir. Und aus Deiner Wohlfühloase beobachtest Du nun die Situation.

Zwei Welten

Um diese Technik anzuwenden ist es wichtig zu verstehen, dass Du immer in zwei Welten lebst – und das zu gleichen Zeit. Du lebst zum einen als Du im hier und jetzt (äußere Welt) und zum anderen als Dein Beobachter (innere Welt). In der äußeren Welt gibt es Situationen, dies sind wunderschön und bereichernd, aber manchmal auch wirklich emotional fordernd. Wenn Du aber in Deiner inneren Welt ruhig bleibst und Dich nicht in den Stress der äußeren Welt reinzeihen lässt, dann besitzt Du in Dir einen ruhigen Pol und Du gewinnst emotionalen Abstand.

Das bedeutet, wenn Du in einer emotional fordernden Situation oder von stressigen Menschen umgeben bist, gehst Du gedanklich auf Deinen Balkon. Damit gibst Du Deinem Körper, Deiner Seele und Deinem System Ruhe und Entspannung. Du beobachtest nur. Das ist so, als würdest Du Dir einen Film ansehen. Wenn Du Dich voll ins Geschehen reinziehen lässt, dann fieberst Du mit den Charakteren mit und freust Dich oder heulst vielleicht sogar. Das heißt, Du bist voll im Film drin.

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Hast Du jedoch eine gewisse Distanz, beobachtest bzw. schaust nur und lässt Dich nicht reinziehen, dann wirkt der gleich Film emotional viel schwächer bei Dir.

Genauso verhält es sich, wenn Du auf Deinen mentalen Balkon bist. Du verstehst natürlich worum es geht und kannst ganz normal reagieren, aber Deine Emotionen sind geschützt und es „triggert“ Dich nicht oder nur kaum. Du bringst sozusagen Dein Herz in Sicherheit. Und das ist der Hintergrund der Technik und wie sich Dir emotionalen Abstand bringt.

Dein Balkon

Der wichtigste Schritt, um die Technik richtig anzuwenden ist nicht nur die wiederkehrende Übung, sondern das Einrichten vorab. Du musst Deinen Balkon zunächst designen – kreiere Dir Deinen persönlichen „inner happy place“ in Deinem Kopf. Nimm Dir die Zeit und stell ihn Dir bildlich vor. Vielleicht hast Du heute vor dem Einschlafen etwas Zeit oder unter der Dusche? Gönn Dir die 5 Minuten und stell Dir alle Einzelheiten vor: Die Temperatur, das Wetter, die Farben, welche Pflanzen, was für Möbel – einfach alles bis ins kleinste Detail. Versuch diesen Ort so intensiv und klar wie möglich zu sehen.

Probier die Technik gern einfach mal in der nächsten Situation aus, die Dich emotional belastet. Geh auf Deinen Balkon und beobachte.

Hat es funktioniert? Was macht das mit Dir? Ist die Situation dadurch erträglicher geworden? Wurden die Emotionen abgeschwächt? Hast Du noch Fragen? Teste gern die Technik fünf oder sechs Mal, damit Du ein bisschen Routine bekommst.

Gib mir auch liebend gern ein Feedback in den Kommentaren. Ich freu mich auf Deine Erfahrungen und nun viel Spaß beim Testen.

Dein Steffen Kirchner

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