Wie aus Wissen Weisheit wird

Motivationsvortrag mit Steffen Kirchner

„Der Wissende weiß, was er weiß. Der Weise tut, was er weiß.“ Wissen alleine bewegt noch nichts. Baue neben Deiner Wissenskompetenz Deine Handlungskompetenz aus, um wirklich etwas zu bewegen.

Während einer Pause meines Vortragsprogramms kam ich mit zwei Männern ins Gespräch. Einer davon dankte mir vorab für den inspirierenden Abend. Sein Kollege meinte: „Naja ich finde Ihr Programm auch recht gut. Aber vieles von dem, was sie erzählen, kenne ich schon.“ Meine Antwort darauf: „Zwischen etwas kennen und etwas können liegen Welten.“ Darauf er: „Ich glaube ich kann es auch.“  „Wenn Sie schon alles können, warum sind Sie dann überhaupt da?“ Stille. Darauf hatte er keine Antwort und fing an nachzudenken.

Am Ende kam der scheinbar allwissende Mann alleine zu mir an die Bühne und stellte mir folgende gute Frage: „Woran erkenne ich, ob ich das kann, was ich zu wissen glaube?“. Die Antwort darauf ist aus meiner Sicht relativ simpel:

Wenn man das tut, was man weiß, dann wird man es eines Tages auch können

Nur so entsteht Handlungskompetenz. Und es gibt einen großen Unterschied zwischen Wissenskompetenz und Handlungskompetenz. Der Mann war sehr gebildet. Vom Denken alleine kommt aber kein Erfolg. Auch nicht vom Philosophieren, Abwägen oder Theoretisieren. Ich präsentiere in meinen Vorträgen auch theoretische Fakten, aber nur soweit sie einen praktischen Mehrwert bieten.

Wie machen wir aus Bildung Weisheit und wie erlangen wir Handlungskompetenz, mit der wir auch die Ergebnisse erzielen, die wir erreichen wollen?

Menschen lernen durch nichts so schnell, wie durch praktische Erfahrungen und Erlebnisse

„Learning by doing,“ „trial and error,“ oder „ins kalte Wasser springen.“ – Es gibt viele Redewendungen, die ausdrücken, auf welche Art Menschen sich wirklich entscheidend weiterentwickeln: durchs Tun. Durch Fehler, die wir dadurch machen und die neuen Erfahrungen, die wir sammeln.

Der persönliche Entwicklungszyklus durchläuft 4 Phasen:

  1. Zunächst brauchst Du eine positive, offene Einstellung Neuem gegenüber.
  2. Auf Stufe 2 kommt der Faktor „Wissen“ ins Spiel. Natürlich musst Du Dir, bevor Du etwas tun willst, auch ein gewisses Maß an Know-how aneignen. Das ist unverzichtbar! Es gibt doch nichts Schlimmeres als einen positiv eingestellten, motivierten Vollidioten!
  3. Dann kommt aber der entscheidende Punkt: Du musst das, was Du Dir unter positiver Einstellung an Wissen angeeignet hast umsetzen und üben. Dabei spielen zwei Faktoren eine Rolle: Die Umsetzungsqualität und die Umsetzungsquanität. Es ist wichtig, bestimmte Dinge sehr häufig zu wiederholen, denn

Wiederholung schafft Gewohnheit und Routine.

  1. Wenn diese Quantität von einer möglichst hohen Qualität gestützt wird, indem Du das, was Du tust auch wirklich bewusst ausführst, dann kommst Du mit höchster Wahrscheinlichkeit auf die vierte Stufe: Die neue Fähigkeit! Durch diese Erfahrungen hat sich Deine Persönlichkeit weiterentwickelt.

Das große Problem bei vielen Menschen und Unternehmen in Deutschland ist die große Kluft zwischen Phase 2 und Phase 3 – dem Übergang vom Wissen zum Umsetzen beziehungsweise Üben. Nicht umsonst ist Deutschland Weltmeister in der Patentanmeldung, aber umgesetzt werden die Patente zu einem erschreckend hohen Anteil im Ausland.

Du musst nicht erst alles wissen, um etwas zu machen!

Das Schöne ist: Wir brauchen nicht über alles bis ins Detail Bescheid wissen, um es sinnstiftend für uns, unser Unternehmen oder andere Menschen einsetzen zu können. Weißt Du, wie Strom oder Elektrizität wirklich funktioniert? Also ich nicht. Aber ich weiß, dass meine Lampe in der Regel leuchtet, wenn ich auf den dazugehörigen weißen Knopf drücke.

Kompetenz ist nicht, wenn man Bescheid weiß, sondern wenn man sich zu helfen weiß.

Einer der Schlüssel zur Umsetzung eines Vorhabens ist, dafür eine alternativlose Entscheidung im Inneren zu treffen. Solange verlockende Rückzugsmöglichkeiten bestehen, fehlt es an Entschlossenheit für den Angriff nach vorne.

Als im Jahr 1519 der spanische General Hernando Cortez mit seiner stark dezimierten und angeschlagenen Armee im Strand von Mexiko einlief, war einer seiner ersten Befehle an seine Männer, die eigenen Schiffe zu verbrennen. Cortez hatte sich seiner Mission der Eroberung innerlich verpflichtet und wollte weder sich noch seinen Männern eine Möglichkeit geben, schwach zu werden und nach Spanien zurückzukehren. Indem er die Schiffe verbrennen ließ, zwang er sich und seine Männer dazu, sich darauf zu fokussieren, die Mission zum Erfolg zu führen. Das gelang ihnen übrigens auch.

Deine Fluchtwege zu versperren, unterstützt Dich, Dich auf Dein Ziel zu fokussieren und vorwärts zu gehen. Cortez hat allerdings nur befohlen, die Schiffe zu versenken, nicht das Essen und anderes Material. Du sollst nicht unvorsichtig und unkontrolliert vorgehen oder notwendiges Know-how ignorieren. Aktionismus und Ignoranz führen niemals auf den Erfolgspfad. Doch bedenke, dass Dein theoretischer Schatz aus Wissen und Information erst dann einen echten Wert bekommt, wenn Du Dich innerlich dazu verpflichtest, ihn praktisch zu nutzen.

Nur in den Momenten der Entschlossenheit, wird Dein Schicksal geformt!

Dein Steffen Kirchner

 

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