So überstehst Du wirklich jede Arbeitswoche

Thank God It's FridayWer ein paar nette Tipps erwartet, mit denen er seine quälenden Arbeitstage leichter erträgt, den muss ich enttäuschen. Die gibt es von mir nicht. Das wäre nur Selbstbetrug, denn kein Mensch kann glücklich werden in einer Welt, in der man sich freut, wenn ein Großteil der Woche überstanden ist. „Thank God It’s Friday“-Sprüche und sogar ganze Radioshows unter dem Motto boomen trotzdem. Ebenso wie lustige Memes zum Montag – mit einem Meerschweinchen in Schockstarre. Grund genug, diesem Phänomen auf die Spur zu gehen und unsere Einstellung dazu zu verändern.

Es ist Montag, 10 Uhr. Ich fahre mit dem Auto die Bundesstraße entlang und bin auf dem Weg zu einem Kunden. Nebenbei läuft einer der meist gehörten Radiosender in Deutschland. Der Showmaster der Morning Show hat Marianne am Hörer. Marianne ist Friseurin, 25 Jahre. Sie erzählt dem Moderator kurz von ihrer eintönigen Arbeit und wie ihr die unheimlich abwechslungsreiche Musik des Radiosenders dabei hilft, gute Laune zu haben. Soweit ist nichts Außergewöhnliches, hört man ja jeden Tag. Doch dann formuliert Marianne einen Satz, der mich immer wieder schockiert.

Sie sagte wortwörtlich: „Eure Musik hilft mir dabei, den Tag zu überstehen!“ 

Was führt eine junge Frau mit 25 Jahren für ein emotional negatives Leben, obwohl sie einen festen Arbeitsplatz hat, offensichtlich gesund ist und arbeiten kann? Sie hat sich ihre Arbeit selbst ausgesucht und lebt mitten in Bayern– kein Fleckchen Erde, der für ständige Naturkatastrophen, Hungersnöte oder Gewaltverbrechen bekannt ist.

Wenn Marianne so denkt, frage ich mich: Für was für eine Art von Leben hat sie sich entschieden? Und warum entscheidet sie sich nicht einfach um, wenn sie offensichtlich nicht glücklich ist?

Zwei Tage später sitze ich wieder im Auto, diesmal ganz ähnliche Töne zum Thema Arbeit:

„Jaaaawwwooollll meine Lieben, nur noch 2 Tage, dann habt ihr es geschafft! Es ist Licht am Ende des Tunnels. Das Wochenende ist in Sicht. Haltet noch ein bisschen durch.“

Ich würde am liebsten beim Sender anrufen und mitteilen, dass für mich das „Thank God It’s Friday Motto“ auch gilt. Aber anders interpretiert: Anstatt froh zu sein wieder mal eine Arbeitswoche überlebt zu haben, in der ich frustriert meine Lebenszeit vergeudet habe, habe ich mich eigenverantwortlich für ein Leben entschieden, in dem ich mich auf JEDEN Wochentag freue (ganz egal ob Montag, Mittwoch oder Freitag). Und ob man es glaubt oder nicht: Ja auch ich freue mich trotzdem aufs Wochenende. Nicht, weil die Arbeitswoche überstanden ist, sondern weil es wieder zwei tolle Tage werden können, an denen ich eben andere Dinge mache, wie an den tollen letzten fünf Tagen.

Ist das nicht viel schöner als im Selbstmitleid zu versinken?

Für die Werbebranche ist eine solche negative Einstellung natürlich ein gefundenes Fressen. Sie arbeitet oft damit, Menschen zu suggerieren, dass sie durch den Konsum der angepriesenen Produkte glücklich werden. Schwache und unglückliche Menschen sind dafür natürlich viel empfänglicher als starke und selbstbewusste Menschen.

Außerdem haben Werbebotschaften oft noch eine unterbewusste Zusatzbotschaft: Wenn ich nämlich ein Produkt brauche, um glücklich sein zu können, dann bin ich ohne das Produkt ja nicht glücklich – womöglich sogar unglücklich. So werden Menschen zum ständigen Konsum über das Unterbewusstsein animiert.

Was brauche ich dafür, damit diese Konsumenten-Strategie für die Anbieter aufgeht? Klar, ich brauche unzufriedene, schwache Menschen, die einen emotionalen Mangel in sich tragen. Also einfach gesagt, Menschen die in einem Energieloch stecken und sich nicht wirklich zufrieden fühlen. Und genau an diesem Punkt setzten die ganzen „Thank God It’s Friday“-Shows, -Posts, „Ist schon wieder Montag“-Memes… an.

Und wir teilen und verbreiten das Ganze auch noch fröhlich.

Verstärken das negative Gefühl, indem wir immer wieder betonen, wie unangenehm die Arbeit ist und wie sehr man sich nach Freitag zu sehnen hat, denn dann ist die grausame, harte Arbeitswoche ja endlich vorbei. Und am Wochenende kann man dann endlich was tun? Konsumieren natürlich. Und wer der ständigen subtilen Unzufriedenheitsberieselung erstmal erlegen ist, fängt pünktlich am kommenden Montagmorgen wieder an, sich schlecht zu fühlen, eben wie ein Meerschweinchen in Schockstarre.

Aber ja nur für fünf Tage, denn dann ist ja endlich wieder Freitag und zwei großartige Tage stehen vor der Tür.

Fakt ist: Wer fünf Tage arbeitet, um sich zwei Tage davon zu erholen beziehungsweise durch Konsum abzulenken, der arbeitet im falschen Beruf oder im falschen Unternehmen. Und wer sich drei Monate lang urlaubsreif fühlt, ist nicht urlaubsreif – der lebt falsch. Es ist Quatsch nach Lösungen zu suchen, wie man das Leben überstehen kann.

Ein Leben gehört gelebt!

Das geht nur über Begeisterung, persönliche Weiterentwicklung, über Wachstum und gegenseitige Unterstützung und über innere Leidenschaft für etwas, das man liebt.

Natürlich gibt es Menschen, die bestimmte Phasen im Leben tatsächlich erstmal überstehen müssen. Beispielsweise Menschen in Armuts- oder Kriegsgebieten, oder meinetwegen auch hierzulande, wenn einen ein persönlicher Schicksalsschlag trifft. Doch in Wirklichkeit müssen sich die meisten von uns nur fragen, ob wir unsere Lebenszeit hier wirklich genießen, und wer oder was uns eigentlich davon abhält, falls wir es nicht tun. Ausreden hierfür sind schnell parat: Mein Chef, mein Job, meine Familie oder meine finanzielle Situation hält mich ab.

Aber eigentlich halten wir uns nur selbst ab. Denn für Deinen Chef und Deinen Job entscheidest Du Dich jeden Tag wieder aufs Neue selbst, sonst hättest Du Dir schon längst einen anderen Job mit neuem Chef gesucht.

Es ist einzig und alleine eine Frage Deiner Entscheidung.

Sei achtsam für die Botschaften und Glaubenssätze, die Dir jeden Tag begegnen und hinterfrage sie. „Thank God It’s Friday“ ist eine Lebensphilosophie für Loser. Mache lieber aus jedem Tag das Bestmögliche. Und wenn es die Umstände nicht zulassen, dann verändere sie!

Erst, wenn Du Dich auf neun von zehn Tagen wirklich freust, kannst Du von Dir behaupten, wirklich zu leben.

Alles andere ist nicht leben, sondern nur das Warten auf den Tod. Lebe wirklich Dein Leben und mache jeden Tag zu Deinem Tag – ganz nach dem Motto „Thank God It’s My Day“.

 

Weißt Du nicht, wo Du anfangen sollst, Dir ein wirklich erfülltes Leben aufzubauen? Oder bist Du schon nah dran, aber weißt, es geht noch mehr? Dann besuche eins meiner Seminar-Events:

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Dein Steffen Kirchner

3 Gedanken zu „So überstehst Du wirklich jede Arbeitswoche

  1. Das hast du sehr schön geschrieben!

    Aber manchmal ist es nicht die Arbeit, die einen aufs Wochenende oder noch besser die Ferien warten lässt – bei mir sind es die Kids …

    Ohne Kids könnte ich morgens ganz entspannt bis 6:30 schlafen, gechillt aufstehen und mich auf meine Arbeit und meine Kollegen freuen …
    Aber so muss ich um 5:45 aufstehen, die Kids wecken und schauen, dass alles seinen Weg geht …
    Sind zwar nur 45 min die ich weniger schlafe, aber dafür beginnt der Tag in der Regel mit Hektik – Kids wollen nicht wach werden, wollen nicht aufstehen (ist ja auch echt früh für 11/14 jährige), ich renne rum um dafür zu sorgen, dass jeder seinen Bus erwischt … also kein gechillter Start in den Tag sondern meist Hektik …
    Am Wochenende habe ich diese Hektik mal für 2 Tage nicht … und am Montag geht’s wieder von vorne los – ne, eigentlich schon am Sonntag Abend – weil ins Bett wollen die ja in dem Alter auch nicht vor 10 …
    Und ich gehöre (leider) zu den Menschen, die 8h Schlaf brauchen … und da der Wecker meine Mannes um 5:15 klingelt, wache ich da meist auch auf … Also sollte ich eigentlich spätestens um 21:15 schlafen … so gut wie nie machbar …

    Ich hoffe einfach, dass alles besser wird, wenn sie älter werden … aber so habe ich mir mein Leben nicht vorgestellt …
    Ich kann nicht wirklich selbstbestimmt leben, mein Leben wird vom Schulleben meiner Kids bestimmt …

    Jahrelang habe ich meine Leben hintenan gestellt, aber so langsam merke ich, das ich doch etwas egoistischer werden muss.

    Deshalb lese ich gerne deine Blogs bzw. sehe mir gerne deine Stories auf Instagramm an … Da kann ich viel an Inspiration raus holen …

    Aber manchmal bist du da ganz schön zynisch, schon fast beleidigend für so ‚Normalos‘ wie mich (Durchschnittspampe ) … manchmal ist man halt einfach in der Situation/ im Alltag gefangen und kann einfach nicht so konsequent sein, wie man es sollte … gerade als Mutter hat man halt auch noch Verantwortung für jemanden anders als nur für sich selbst …
    Da hat man halt manchmal das Gefühl du widersprichst dir selber ein wenig …
    Naja, du hast halt verschiedene Zielgruppen, und die, die Millionairs Mind buchen wollen kannst bzw. musst du natürlich anders ansprechen als die, die sich für Power sucht Frau interessieren …

    Du kannst echt stolz auf das sein, was du erreicht hast!
    Aber so wie du mir regelmäßig neue Denkanstöße gibst – vielleicht kann ich dich ja auch ein wenig inspirieren …
    Musste mir das jetzt mal von der Seele schreiben
    Mach weiter so, ich arbeite auch an mir.
    Liebe Grüße

    • Liebe Silke,
      zunächst einmal ein herzliches Dankeschön für Dein Lob. Es freut mich, dass Dich meine Arbeit unterstützt und inspiriert.
      Zu Deiner „Kritik“: Ich weiß, dass ich manchmal bei manchen Menschen den Finger in die Wunde lege. Das ist nicht angenehm, aber notwendig, denn Menschen brauchen ab und an einfach mal einen „Tritt in den Hintern“ ;-) Auch ich selbst brauche das und bezahle sogar Leute dafür, dass Sie mir schonungsloses Feedback und klare Ansagen geben. Nur so wird man besser.
      Ein kleiner Impuls für Dich: Wenn Dich so ein Wort wie „Durchschnittspampe“ in Bezug auf das 0-8-15 Leben das viele Menschen vor sich hinleben emotional berührt, dann sagt das weniger etwas über die Formulierung aus, als viel mehr darüber, dass hier ein Schmerzpunkt von Dir liegt und Du Dein Leben in Teilen womöglich selbst so empfindest, was Dir dann natürlich weh tut, wenn es Dir jemand spiegelt. Meine Absicht ist natürlich auf keinen Fall, Dich (oder andere) damit zu verletzen oder runter zu machen, sondern aufzuwekcen und Menschen zum Handeln bzw. zur Veränderung zu motivieren.

      Deine Ausführungen von oben bestätigen ja, dass Du mit Deinem Leben, so wie es läuft, alles andere als happy bist. Zum einen muss man dazu natürlich sagen, hast Du Dich dafür sehr wahrscheinlich auch absolut bewusst entschieden. Du hast 2 Kinder bekommen, das ist eine Entscheidung, die Du nun mit allen Konsequenzen eben auch zu tragen hast. Allerdings hast Du auch einen Ehemann und es ist Euer beide Aufgabe, Euer Leben so zu strukturieren, dass ihr ALLE glücklich sein könnt. Dass die ganze Arbeit mit den Kids dann ausschließlich so an Dir hängen bleibt und Du Deine Träume und Ziele nicht verfolgen kannst, das kann nicht die Lösung sein – Kinder hin oder her. Es ist wichtig, dass Du Deine Unzufriedenheit, die ich übrigens zu 100% nachvollziehen kann, positiv bzw. zielorientiert nutzt. Wenn Du wirklich etwas in Deinem Leben verändern willst, musst Du mit Deinem Mann sprechen und eine klare Entscheidung auf den Tisch legen, dass Du so nicht mehr weiterleben willst und eine Veränderung her muss. Dann müsst ihr beide zu gleichen Teilen für so eine Lösung arbeiten. Es ist nicht alleine Deine Aufgabe, da darfst Du Deinen Partner genauso in die Pflicht nehmen.

      Also, ich hoffe meine klaren Worte kannst Du künftig immer auch positiv bzw. so einordnen, wie sie gemeint sind. Es ist immer die Absicht des Helfens hinter allem, was ich mache. Welche Emotionen meine Worte bei anderen auslösen, ist mehr Angelegenheit der Leute, weniger meine. Denn es kommt immer darauf an, welche Bedeutung man den Worten gibt, die man hört ;-)

      Von Herzen alles Gute für Dich und ich freue mich, wenn wir uns evtl. dann bei POWER sucht FRAU oder beim Lebensstark Seminar mal sehen.
      Steffen Kirchner

  2. Lieber Steffen,
    Du hast recht, Väter gehören dazu wenns um die Erziehung der Kinder geht.
    Ich hab auch zwei Kinder die größtenteils mir allein gehört haben weil mein Mann mit Geld verdienen beschäftigt war von 5.00 Uhr morgens bis spät Abends. Mich hats auch oft genervt dass keine Freizeit da war, weil ja auch noch Tiere und Haushalt und, und, und… zu versorgen war. Aber ich musste/durfte lernen dass ich erstens die Verantwortung zu übernehmen habe wenn ich Kinder in die Welt setze und zweitens hab ich mir irgendwann kleine Freiräume geschaffen, wenn ich mit den zwei Süßen was unternommen habe das auch mir Spaß gemacht hat und wenns nur eine Stunde am Tag war. Und zwischendurch, am Sonntag zum Beispiel, hab ich mich auf ein Pferd gesetzt und bin für zwei Stunden verschwunden, meine andere Hälfte durfte dann auch mal Windeln wechseln und Kinder füttern und was so alles dazugehört (statt Sport im Fernsehen).
    Kinder sind was Tolles, aber bequem sind sie die wenigste Zeit, meine sind jetzt 21 und 25 und jetzt hab ich viiiieeel mehr Freiheit. Hat halt alles seinen Preis!!
    Außerdem geben die Kinder jede Menge zurück, man muss es halt auch sehen und annehmen – und dankbar sein dass sie gesund sind.
    Ich kenne viele Eltern mit behinderten Kindern, da wird man wieder ganz zufrieden wenn man sieht was da geleistet werden muss, das sind teilweise Dimensionen die übersteigen jede Vorstellungskraft.
    Also, mehr Dankbarkeit hilft da sicher, der ganz normale Wahnsinn ist einfach da und man muss ja nicht alles so eng sehen.
    Alles Liebe an Silke, sie ist nicht allein mit diesem Thema.
    Liebe Grüße
    Resi

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