Wie Worte Deinen Erfolg bestimmen

Es gibt ein schönes englisches Zitat „The Words you speak become the House you live in“. Übersetzt heißt das „Die Worte, die Du sprichst, werden zu dem Haus, in dem Du wohnst.“ Das ist eine sehr starke und wahre Aussage, denn Worte bestimmen Deinen Erfolg. Die Erfahrung, die ich in den letzten Jahren gemacht habe, ist, dass der Hauptgrund, weshalb viele Menschen etwas nicht schaffen, in den Worten liegt, die sie sich entweder selbst einreden oder sich durch andere einreden lassen.

Dass Du etwas nicht schaffst, liegt zumeist an den Worten und Stimmen, die in Deinem Kopf sind. Deine Worte werden zu Deiner Heimat. Es gibt eine sehr interessante Geschichte zum Framing, die ich von meinem geschätzten Rednerkollegen René Borbonus gehört und anschließend geprüft habe. Framing ist ein Teil der Kommunikationspsychologie: Beim Framing hat man herausgefunden, dass Worte einen Erfahrungsrahmen schaffen.

Es gab ein Experiment mit zwei Personengruppen, denen in jeweils getrennten Räumen ein Video gezeigt wurde. Zu sehen war ein Auffahrunfall zwischen zwei Autos. Die Fragestellung an die Testpersonen der ersten Gruppe lautete: „Wie schnell ist der eine Fahrer dem anderen hinten drauf gefahren?“ Für die zweite Gruppe wurde nur ein Wort in der Frage ausgetauscht: „Wie schnell ist das eine Auto dem anderen hinten drauf gebraust?“ Einzig durch den Austausch desWortes von „fahren“ in „brausen“ gab es eine über 40 Km/h höhere Durchschnittsgeschwindigkeit. Nur die Veränderung des Wortes hat die Erwartungshaltung der Menschen verändert.

Worte werden zur Realität

Deine Worte erschaffen Deine Realität und auch die anderer Menschen. Überlege Dir einfach mal welche Worte Du überwiegend benutzt, wenn Du mit Kollegen, Freunden, Deinem Partner oder aber auch mit Deinen Kindern sprichst. Besonders in Situationen, in denen es besonders wichtig ist. Der Mensch spricht am meisten am Tag zu sich selbst. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen täglich bis zu 50.000 Worte zu sich selbst sprechen. Manche Frauen sprechen diese dabei oft auch aus.

Die Qualität Deines Selbstgesprächs entscheidet über die Qualität Deines Selbstwertgefühls und Deines Selbstvertrauens. Es sind die Geschichten, die wir uns selbst einreden und uns anhören, die unsere Erwartungshaltung bestimmen. Sie beeinflussen unsere Erwartung an unser Leben, unser Leistung, unsere Ansprüche. Mach Dir klar, dass Du mit Deinen Worten, die Du Dir oder anderen sagst, eine große Verantwortung hast. Worte können tatsächlich das Leben eines Menschen retten oder auch zerstören.

Worte führen aus einer Krise hinaus

In einer Zeit, in der es mir sehr schlecht ging, als meine Mutter starb als ich 22 Jahre alt war und ich sehr unglücklich war, bin ich in ein tiefes Loch gefallen. Sie hatte eine Leberzirrhose, weil sie Alkoholikern war. Ich kam aus diesem tiefen Tal nicht heraus.

Bei der Beerdigung stand ich als engster Angehöriger direkt hinter der Urne. Wir hatten einen tollen evangelischen Pfarrer, der tolle Worte fand. Ich war in einem emotionalen Tunnel aus Selbstmitleid, Schmerz und Vorwürfen an meine Mutter, die mich durch ihren Tod alleine gelassen hatte. Der Pfarrer kam plötzlich zu mir, weil er spürte, wie es mir ging. Er flüsterte mir ins Ohr: „Herr Kirchner, Sie sind der, der Sie sind, auch durch Ihre Mutter.“ Dieser Satz hat in mir etwas verändert. Ich wusste, dass ich ein guter Mensch bin. Ich wusste damals, dass ich auf einem guten Weg war und gar nicht so schlecht gelungen bin. Darauf gilt es auch, stolz zu sein.

Durch diesen Satz ist mir klargeworden, dass sie die Person erschaffen hat, die ich heute bin. Es gibt einen großen Grund, ihr dankbar zu sein. Dieser Satz hat in mir so viel umgedreht, dass der ganze Zorn, die Wut und die Vorwürfe wie weggeblasen waren. Es war Zeit, dankbar zu sein.

Selbstanalyse und Motivation

Deshalb frage Dich einmal selbst: Welche Worte sprichst Du zu Dir selbst, wenn es schwierig wird. In Momenten, in denen es darum geht, über Deinen Schatten zu springen. Was sagst Du da zu Dir selbst. Es gibt vielleicht verschiedene Stimmen in Deinem Kopf. Die Worte, die Du sprichst, werden zu dem Haus, in dem Du lebst. Worte schaffen Deine Realität.

Deine Handlungen im Leben hängen ab von der Qualität Deiner Selbstgespräche. So programmierst Du Dich täglich selbst. Du kannst Dich antreiben. Selbstgespräche sind die Werkzeuge des Architekten Deines Hauses, Deines Lebens. Deshalb kann ich Dir nur empfehlen, darauf etwas mehr achtzugeben. Überlege Dir, was solltest Du Dir in solch wichtigen Momenten sagen, um die Situation zu meistern? Vielleicht schreibst Du diese Sätze auch einfach mal auf. Die Frage ist, was müsstest Du Dir selbst sagen in diesen wichtigen Augenblicken? Je häufiger Du etwas sagst, desto größer ist die Wirkung. Wenn Du Dir bestimmte Sätze öfters sagen würdest und Dich dabei bemühst, in ein bestimmtes Gefühl zu gehen, würde sich Deine Realität auch hier verändern. Wie möchtest Du Dich fühlen?

Verlass Dich auf Dich selbst

Ich komme ja aus dem Tennis-Profisport. Und hier habe ich etwas wichtiges fürs Leben gelernt: Ein ehemaliger Trainer hat einmal zu mir gesagt: „Tennis ist der einsamste Sport der Welt. Wir können Dich verbessern, coachen und Dich anfeuern. Aber am Ende des Tages bist Du in der Situation mit dem Gegner alleine. Wenn Du nicht aufhörst, mit Dir selbst Krieg führst, kannst Du nicht gewinnen.“ In den entscheidenden Momenten ist es ähnlich wie beim Tennisspielen. In Momenten, in denen Du die großen Entscheidungen treffen musst, bist Du alleine. An den großen Weggabelungen des Lebens, gibt es keinen Wegweiser. Du musst Dich selbst entscheiden und bist Dein einziger Verbündeter.

Erzähle Dir keine Dinge, die Dein Energiekonto leeren anstatt es zu füllen. Hör auf, mit Dir eine verbale Kriegsführung zu führen. Sprich mit Dir, wie mit einem sehr guten Freund.

Meister der Worte

Dein Erfolg ist abhängig von Deiner Fähigkeit, gut mit Worten umgehen zu können. Worte erschaffen Realität. Je besser Du Worte wählen und auch anderen Menschen übermitteln kannst, desto erfolgreicher wirst Du. Werde ein Meister der Worte. Die erfolgreichen Menschen finden die richtigen Worte zum richtigen Zeitpunkt. Schau, welche Worte Du Dir selbst oder anderen sagst.

Dein Steffen Kirchner

PS: Wenn Du Dich tiefgründiger mit diesem Thema beschäftigen und lernen möchtest, wie Du Dein Denken und Deine Worte steuern und damit auch Deinen Erfolg vorantreiben kannst, dann ist mein neues Seminar ERFOLGSOFFENSIVE ein guter Tipp für Dich.

6 Gedanken zu „Wie Worte Deinen Erfolg bestimmen

  1. Das ist genau der Punkt, ich höre viel zu oft die negativen Worte meiner Mitmenschen, das nervt und beeinflusst‼️ Danke Steffen, ich werde mich davon nicht mehr beeindrucken lassen, denn ich bin ein positiver Mensch‼️

  2. Lieber Steffen! Ich höre mir regelmäßig deine Podcasts an, bin 2015 zufällig auf dein Buch ,,Totmotiviert ,, gestoßen. Du bist anders, im positiven Sinne gemeint! Es gefällt mir wie du Themen ansprichst. Du zeigst andere Seiten des Erfolgs auf, was Erfolg bedeutet und auch deren Konsequents. Deine ruhige Art und deine angenehme Stimme ist eine Bereicherung. Danke das es dich gibt. Schöne Grüße Sonja

  3. „In Momenten, in denen Du die großen Entscheidungen treffen musst, bist Du alleine…“. Ich bin Christ und kann mich auf die Aussage im Neuen Testament, nämlich Jakobus 1,5-8 berufen:
    “ Wenn es aber unter euch welche gibt, die nicht wissen, was sie in einem bestimmten Fall tun müssen, sollen sie Gott um Weisheit bitten, und Gott wird sie ihnen geben. Denn er gibt sie allen gerne, ohne ihnen Vorwürfe zu machen. Sie müssen Gott aber in festem Vertrauen bitten und dürfen nicht zweifeln. Wer zweifelt, gleicht den Meereswogen, die vom Wind gepeitscht und hin und her getrieben werden. Solche Menschen können nicht erwarten, dass sie vom Herrn etwas empfangen; denn sie sind in sich gespalten und unbeständig in allem, was sie unternehmen. „

  4. Lieber Steffen, Du sprichst mir aus dem Herzen. Als Therapeutin erlebe ich täglich, welche Kraft in den Worten und Gedanken steckt…
    Gedankenhygiene ist ein wichtiger Aspekt und jeder darf achtsam sein, welche Pflanzen er in seinem eigenen Gedankengarten anbaut…

  5. Hallo Steffen, schön, wie Du diese alte Lehre interpretierst:

    Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
    Achte auf Deine Worte, denn sie werden Taten.
    Achte auf Deine Taten, denn sie werden Gewohnheiten.
    Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
    Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.
    (Talmud)

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