So beendest Du den chronischen Zeitmangel

Warum haben so viele Menschen eigentlich immer das Gefühl, so wenig Zeit zu haben? Sie nehmen sich zu viele Aufgaben vor und kriegen diese nicht in den Griff, es entsteht Zeitmangel. Warum stehen sie oftmals auch unter Stress oder haben das Gefühl, dass sie das alles in der Zeit, die ihnen zur Verfügung steht, einfach nicht alles schaffen? Ohne mich selbst jetzt auf einen Thron heben zu wollen: Ganz ehrlich, liebe Leute, ich habe teilweise echt vier oder fünf Mal mehr Aufgaben als die meisten Leute und kriege es aber relativ gut in meiner zur Verfügung stehenden Zeit hin.

Oder schau Dir die großen Regierungschefs oder Geschäftsführer von riesigen Firmen nimmst, die haben auf einer ganz anderen Ebene Millionen von Aufgaben und kriegen das alles hin. Heute lege ich Dir die zwei Hauptgründe dar, weshalb die meisten Menschen ihre Aufgaben nicht in der ihnen zur Verfügung stehenden Zeit in den Griff kriegen und damit unter chronischem Zeitmangel leiden.

Fokus und Bereitschaft

Viele Leute sind nicht bereit, sie verschwenden ihre Zeit, weil sie nicht fokussiert sind. Sie hätten schon längst mit einer Sache starten können, tun es aber nicht und verlieren damit Zeit, es entsteht schnell ein Gefühl des Zeitmangels. Diejenigen, die um 8 Uhr morgens ins Büro kommen und „erstmal gemütlich“ starten, fangen erst um 8:15 oder 8:20 Uhr an zu arbeiten, weil sie vorher noch gemütlich mit irgendwelchen Leuten quatschen.

Es wird noch ein Käffchen geholt, dann trifft man jemanden auf dem Gang oder es gibt noch ein kurzes privates Telefonat oder es werden noch private Mails und Facebook gecheckt. Gleiches machen sie nach der Mittagspause und nach der zweiten und dritten und vierten Kaffeepause. So wurden gleich ein bis zwei Stunden am Tag nicht effektiv gearbeitet.

Zeitmangel addiert sich

Kein Wunder, dass am Ende des Tages diese ein bis zwei Stunden fehlen, in der Woche sind es gleich vier bis fünf Stunden. Im Monat sind es 15 bis 16 Stunden, je nachdem wieviel Du arbeitest, sind das direkt zwei oder drei ganze Arbeitstage. Das passiert auf der ganzen Welt in jeder Branche oder auch in der Freizeit.

Die meisten Menschen leiden unter Zeitmangel, weil sie nicht bereit und fokussiert auf den Start sind. Sie starten ganz einfach zu spät. Es ist so, als wenn der Autofahrer an der roten Ampel steht und erst den ersten Gang einlegt, wenn die Ampel schon auf Grün gesprungen ist. Warum hat er nicht den Gang bereits eingelegt? Warum steht er noch nicht mit dem Fuß auf dem Gas, wenn die Ampel noch rot ist und auf gelb wechselt?

Vorbereitung ist alles

Mach Dir klar: Der Start geht schon los, bevor Du überhaupt startest. Sei vorbereitet!

Genauso ist es auch im Sport. Das Wichtigste, was ich von Nick Bollettieri, einem der erfolgreichsten Tennistrainer der Welt, gelernt habe, ist das Vorbereitung alles ist. Bei ihm waren alle großen Tennisspieler der Welt: Steffi Graf, Boris Becker, Andre Agassi, Pete Sampras usw. Er sagt: „You cannot prepare to early“: Du kannst Dich nicht früh genug vorbereiten.

Beim Tennis ist es so, dass du sofort mit der Ausholbewegung beginnst, wenn du siehst, wohin der Ball fliegt. Du weißt also, wohin der Ball kommt und bewegst Deinen Arm und den Schläger zurück. Du läufst nicht erst zum Ball und machst dann die Ausholbewegung – das wäre viel zu spät. Vor allem wenn der Ball schnell kommt, musst Du vorbereitet sein. Das erste was du machst, ist dich in die richtige Position zu bringen und dann zu schlagen. Ganz genauso ist es im Leben auch – sei bereit.

Sei bereit

Warte nicht auf den Moment, in dem Du losfahren kannst, sondern bereite Dich vor und sei wirklich ready, sofort in der ersten Sekunde zu starten. Wenn ich an der Ampel stehe – und das mache ich nicht, weil ich hektisch bin oder verrückt Auto fahre – wenn die Ampel auf orange ist, bin ich bereits in Bewegung, bevor die Ampel auf Grün umspringt, um dann direkt loszufahren. Ich mache mir da keinen Stress oder will einen Formel 1-Start mit quietschenden Reifen hinlegen, sondern ich will Zeit effektiv nutzen.

Wie Du eine Sache machst, machst Du alle Dinge im Leben.

Wenn Leute langsam an der Ampel starten weiß ich, dass sie langsam im Leben starten, weil das ein Muster ist. Es ist ein Wahrnehmungsmuster, ein Fokussierungsmuster ist. Sie sind ganz einfach nicht bereit und nicht fokussiert.

Effektivität

Die meisten Leute leiden unter Zeitmangel, weil sie glauben sie hätten zu wenig Zeit für alles. Das liegt daran, dass sie nicht effektiv sind in dem was sie tun.

Vor kurzem habe ich den Bordcomputer meines Autos resettet, doch vorher habe ich mir die Daten der letzten zwölf Monate angeschaut. Bei meinem Auto sieht man nicht nur die Kilometerzahl, sondern auch die Zeit, wie lange man gefahren ist. Bei dieser Zahl, es waren 350 Stunden, habe ich mich selber erschrocken. Diese 350 Stunden habe ich tatsächlich in meinem Auto verbracht, ich fahre ja auch öfter mal mit dem Mietwagen irgendwo herum. Zudem fliege ich zu den meisten meiner Vorträge. Wenn ich diese 350 Stunden in Arbeitstage von acht Stunden umrechne wie sie die meisten Arbeitnehmer haben, dann sind das rund 44 Arbeitstage, die ich in den zwölf Monaten im Auto verbracht habe.

Jetzt lautet die Frage: Was machst Du in diesen 44 Arbeitstagen, was mache ich mit diesen 350 Stunden? Ich sitze nicht im Auto und höre Antenne Bayern, Bayern 3, SWR1 oder irgendeinen anderen blödsinnigen Radiosender und lasse mich mit doofer Musik und Wetterberichten oder sonstigen Sportmeldungen berieseln.

Zeit sinnvoll nutzen

Wenn ich im Auto sitze, dann wird gearbeitet und arbeiten heißt entweder ich tätige Kundentelefonate oder ich höre Podcasts oder sonstige Weiterbildungsprogramme über YouTube oder andere Kanäle. Mein Auto ist meine fahrende Universität. Manchmal ist auch ein fahrendes Büro, wenn ich mit Kunden telefoniere, aber ich bin immer aktiv beim Autofahren.

Du könnest jetzt einwenden: „Das ist aber gefährlich, da kannst Du Dich gar nicht auf den Verkehr konzentrieren.“ Aber ganz ehrlich? Lass mich bitte in Ruhe mit den Moralgeschichten. Ich bin 37 Jahre alt, seit fast 20 Jahren fahr ich Millionen von Kilometern unfallfrei.

Ablenkungen vermeiden

Ich mache keine verrückten Sachen, aber mein Auto ist primär eine fahrende Universität, in der ich durch Podcasts lerne. Zuhause oder irgendwo im Urlaub lese ich nicht oder höre Hörbücher, sondern ich mache das alles im Auto.

Ich nutze diese Zeit im Auto dafür, das ist effektiver und daher kommt mein ganzes mittlerweile unglaubliches Fachwissen, weil ich 300 Stunden im Jahr alleine schon im Auto einfach lerne, wo die meisten anderen einfach blöd schauen, sich über die anderen Autofahrer aufregen, nicht wissen was sie tun sollen, am Handy spielen, mit der Freundin telefonieren oder sich eben das Unterhaltungsprogramm im Radio anhören. Das ist der Unterschied, ich muss mich außerhalb meines Autos nicht mehr oder kaum mehr weiterbilden.

Effizienz

Mach die Dinge effektiv sind auch bei dem Thema Homeoffice, die meisten Leute leiden deshalb unter Zeitmangel, weil sie einfach wahnsinnig schlecht organisiert sind und da geht’s mit dem Homeoffice schon los. Ganz ehrlich. Homeoffice ist aus meiner Sicht verboten. Weißt du warum?

Weil Du zu Hause zu viele Ablenkungen hast. Wann hast du denn das letzte mal wirklich 4 bis 5 Stunden am Stück im Block konzentriert und wirklich absolut ohne Ablenkung an einer Sache gearbeitet? Ohne

  • WhatsApp
  • Facebook-Gruppe
  • E-Mail-Unterbrechung
  • dass die Kinder was wollten
  • dass der Mann oder die Frau reinkommen wollte
  • Kaffee holen

Ich schaffe so viel, weil ich einfach wahnsinnig fokussiert und effizient arbeite. Und wenn ich arbeite, dann arbeite ich und diese Homeoffice-Nummer ist das Gegenteil von Effektivität und Effizienz. Dort ist es unmöglich, effektiv zu arbeiten, weil Du zu viele Ablenkungen hast und deswegen kommen die Leute nicht wirklich mal zum Punkt.

Zu viele Baustellen

Menschen, denen die Effektivität fehlt, haben auch zu viele Baustellen. Sie versuchen zu viele Dinge gleichzeitig zu machen. Mach erstmal eine Baustelle fertig und verschwende nicht zu viel Zeit und Energie, indem du an 34 Baustellen werkelst. Zusätzlich willst Du Deinen Eltern auch noch helfen, Deiner Schwester helfen oder Dich um Deine Freundinnen kümmern. Willst du mit dem Rauchen aufhören, weniger Alkohol trinken, mehr Sport machen, Dich besser ernähren und gleichzeitig im Job vorwärtskommen? So wird es nichts, da kommst Du überall einen Schritt weiter und gehst wieder mindestens einen halben zurück. Sei fokussiert und erledige eine Aufgabe nach der anderen.

Das kannst Du jetzt tun

  • Sei bereit, bevor du starten kannst: Die Vorbereitung ist alles. Du kannst dich nie früh genug vorbereiten, bereite dich besser vor und nutze jede Minute effektiv.
  • Nutze Wartezeit.
  • Benutze Fahrzeiten im Auto.
  • Verbring diese Zeiten gerne auch mal nicht unbedingt nur damit, etwas zu lernen oder zu arbeiten, sondern auch mal um zu entspannen.

Es sind genau diese zwei Punkte, um Deinen chronischen Zeitmangel zu beenden: Effektivität und Fokussierung. Also leg jetzt los und ich freue mich , wenn Du Deine Erfahrungen mit mir auf Facebook oder Instagram teilst.

Dein Steffen Kirchner

PS: Wenn Du noch mehr AHA-Erlebnisse brauchst, dann komm zu meinen Seminaren und schau am besten mal bei der ERFOLGSOFFENSIVE vorbei.

Du willst mich als Deinen Mentor? Hier bekommst Du die Möglichkeit Fragen direkt an mich zu stellen: https://www.upspeak.de/de/steffenkirchner

Ein Gedanke zu „So beendest Du den chronischen Zeitmangel

  1. Hallo Steffen, Deinen Artikel habe ich mit großem Interesse gelesen und stimme Dir auch weitgehend zu.
    Was mir doch aber etwas widersprüchlich erscheint, ist der Teil, dass Dein Auto Deine Universität ist und Du Dich da weiterbildest. In jedem Achtsamkeitsseminar wird einem erzählt, dass man völlig bei der Sache sein sollte, die man gerade tut. Da Du ja viel arbeitest, während Du Auto fährst, wirst Du niemals 100ig bei einer Sache sein. Weder wirst Du 100ig Autofahren noch wirst Du 100ig bei Deinem Telefonpartner sein. Ja, das Autofahren läuft gewohnheitsmäßig ab und mir geht es hier auch nicht darum, wie sicher Du fährst. Das ist mir relativ egal.
    Was mir auch nicht gefällt, ist, dass Du es so abwertest, dass andere blöd in der Gegend rumgucken oder mit der Freundin telefonieren. Jeder setzt seine Prioritäten anders. Und vielleicht jammern diejenigen, die blöd in der Gegend rumgucken, ja gar nicht über fehlende Zeit.

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