Das Leben der ältesten Frau der Welt

Die US Amerikanerin Besse Cooper hat eine erstaunlichen Lebensrekord aufgestellt: Vergangenes Wochenende ist sie 116 Jahre alt geworden. Damit ist sie offiziell die aktuell älteste Frau der Welt. Laut NBCNews.com haben sogar erst acht Menschen überhaupt dieses Alter je erreicht. Was wohl ihr Geheimnis ist?

Die älteste Frau der Welt: Besse CooperGeboren wurde Besse Cooper am 26. August 1896 im Bundesstaat Tennessee und ist Mutter von vier Söhnen, Großmutter von inzwischen zwölf Enkelkindern und Urgroßmutter von mehr als einem Dutzend Urenkeln.
Seit 2010 führt sie das Guinness-Buch der Rekorde als älteste Frau der Welt an. 2011 hatte die Amerikanerin ihren Titel vorübergehend eingebüßt, als man auf die nur 48 Tage ältere Brasilianerin Maria Gomes Valentim aufmerksam wurde. Valentim verstarb jedoch nur einen Monat nach ihrer Aufnahme ins Guinness-Buch, woraufhin der Titel an Cooper zurückging.

Noch interessanter als das Alter ist nun vor allem natürlich die Frage, wie Besse Cooper es geschafft hat, so alt und verhältnismäßig fit zu bleiben. Auf die Frage nach dem „Geheimnis für ihr langes Leben“ antwortete sie, während ihrer Geburtstagsfeier im Kreise der Familie dem Magazin NBCNews, ohne zu zögern: „Ganz einfach. Erstens esse ich kein Fast Food! Und zweitens kümmere ich mich nur um meine eigenen Angelegenheiten.“ Lassen Sie uns diese Aussage genau analysieren und prüfen, welche Erkenntnisse wir daraus für unseren persönlichen Lebenserfolg und ein glückliches Altwerden gewinnen können.

Besse´s Erfolgsrezept liegt ganz offensichtlich in der richtigen „Ernährung“ – physisch wie auch geistig. Dies bestätigt die Lebensregeln: „Du wirst zu dem, womit du Dich erfüllst.“ und „Der Input bestimmt den Output.“
Auf die möglichen Aus- und Nebenwirkungen von Fast Food, auf unseren Körper sowie vor allem unser Gehirn, möchte ich an dieser Stelle nicht näher eingehen. Empfholen seien Ihnen bei näherem Interesse zu diesem Thema lediglich folgende Links:
Das Fast Food Experiment – Bericht über einen Selbstversuch schwedischer Forscher
Fastfood wirkt wie Kokain – Ein Artikel der Deutschen Gesundheits Nachrichten

Neben bekannten körperlichen und psychischen Problemen, die Fast Food mit sich bringt, gibt es noch eine ganz andere gefährliche Nebenwirkung dieser Ernährungsweise. Im Wort „Fast Food“ steckt das Wort „Fast“ – also „schnell“. Wer sehr schnell isst, kann nicht genießen. Weder das Essen, noch das Drumherum, welches gemeinsames Essen als Teil der Kultur überhaupt ausmacht.
Im Laufe meiner Tätigkeit als Coach, habe ich bereits sehr viele Motivstrukturanalysen nach dem Reiss Profile bei den unterschiedlichsten Menschen ausgewertet. Durch diese Analyse findet man auf wissenschaftlich fundierter Basis durch einen psychologischen Test heraus, was Menschen im Leben wirklich wichtig ist. Einer der 16 menschlichen Lebensmotive ist dabei der Faktor „Essen“. Einige meiner Klienten hatten in der Auswertung einen sehr niedrigen Wert bei diesem Lebensmotiv, gaben im Gespräch allerdings an, dass ihnen Essen sehr wichtig sei. Auf Nachfrage stellte sich bei den betreffenden Personen immer der gleiche Hintergrund heraus: Nicht das Essen an sich war es, was sie für ihr persönliches Lebensglück als wichtig erachteten, sondern vielmehr das Essen mit anderen Menschen zusammen. Meine Klienten gaben an, durchaus das Essen manchmal fast zu „vergessen“, wenn sie an einem Tag alleine waren. Dennoch liebten sie Essen, um währenddessen die Gesellschaft von anderen Menschen zu spüren und zu genießen. Essen hat also für viele Personen gerade auch aus dem Blickwinkel von zwischenmenschlichen Beziehungen, Lebensfreude und Genuss einen hohen Stellenwert.

Nun frage ich Sie: Welchen Stellenwert haben diese Werte, wenn man überwiegend Fast Food konsumiert? Wieviel Zeit lässt man sich, wenn man das Essen schnell („fast“) zu sich nimmt, nur um dann wieder im Hamsterrad des Alltags weiterzuhetzen? Was passiert, wenn man regelmäßige gemeinsame Essenszeiten mit der Familie oder Freunden eliminiert und dieses verbindende Ritual somit auf einen Zwangsakt der reinen Nahrungsaufnahme degradiert wird? Wie zelebriert man ein Dinner in einer Fastfood Kette? Ist da noch Zeit für Genuss, intensiven zwischenmenschlichen Austausch und Entspannung? Vielleicht ist genau das eine der gefährlichsten Nebenwirkungen der Fast Food Bewegung, wenn wir Essen nicht mehr als das nutzen, was es eigentlich ist: Ein gemeinsamer Akt des Genusses, des Austauschs und eine Form mentaler Entspannung. Durch ihr beeindruckendes Lebensalter weiß Besse Cooper wie keine Zweite, wie man Lebenszeit sinnvoll nutzt und dabei gesund aber auch glücklich bleibt.

Ihr zweiter Lebenstipp war: „Ich kümmere mich nur um meine eigenen Angelegenheiten.“ Was meint sie denn damit? Soll das heißen, dass einem alles außer den eigenen Belangen egal sein sollte? Ist Besse Cooper Zeit ihres Lebens vielleicht eine sture Egoistin gewesen, die sich um die Probleme und Befindlichkeiten anderer Menschen einen feuchten Dreck kümmerte? Wohl kaum! Diese Frau hat über 20 Kinder, Enkelkinder und Urenkel! Sie ist ein klassisches Herdentier, das bis heute in einer großen, engen Gemeinschaft mit vielen Menschen lebt, die sie lieben und unterstützen, weil mit absoluter Sicherheit sie diejenige in den letzten 70-80 Jahren war, die andere Menschen unterstützt und großgezogen hat. Ihre Aussage ist komplett anders zu verstehen.
Sich „um etwas kümmern“ bedeutet auch, sich für etwas zu interessieren, ihm Bedeutung im Leben zu geben und es zu etwas Wichtigem zu erklären. Und genau hier unterscheidet sich Besse Coopers Lebensweise von derer vieler Millionen Menschen unserer Gesellschaft: Sie gibt keinen Dingen Bedeutung, die für sie selbst keine unmittelbare Wichtigkeit haben, sondern nur für andere Menschen. Sie interessiert sich nicht für den Dreck vor der Nachbarstür, sondern für ihren eigenen Dreck vor ihrer Tür. Kurz: Sie steckt ihre Nase nicht in Angelegenheiten, die sie nichts angehen und die für ihr Leben nicht wichtig sind! Und damit sind wir bei der zentralen Erklärung für ihr hohes Alter. Besse Cooper hat es geschafft, ihre Aufmerksamkeit und somit ihre Energie auf die Dinge im Leben zu fokussieren, die für sie wichtig waren, anstatt sich mit Nebensächlichkeiten zu beschäftigen und zu belasten, auf die sie keinen Einfluss hatte und die vor allem auch keinen bedeutsamen Einfluss auf ihr Leben hatten. Alle erfolgreichen und vor allem glücklichen Menschen zeichnen sich dadurch aus, das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden zu können und sich auf das zu konzentrieren, was im eigenen Einflussbereich liegt. Die Worte von Franz von Assisi brachten diese Erfolgs-Spielregel schon vor langer Zeit auf den Punkt, als er sagte: „Herr, gib mir die Kraft, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, die Gelassenheit, das Unabänderliche zu ertragen und die Weisheit, zwischen diesen beiden Dingen die rechte Unterscheidung zu treffen.“

Wer sich nicht mit den negativen Handlungen, Worten oder Gedanken anderer Menschen auseinandersetzt, behält seine Lebensenergie bei sich. Wer sich um Nebensächlichkeiten sorgt und somit Energievampiren (in Form von Menschen, Umständen oder Meldungen aus der Welt) Tür und Tor öffnet, ist auf dem Pfad des geistigen Fast Foods. Denken Sie an den Satz: „Wir werden zu dem, womit wir uns erfüllen.“ Es hilft bildlich gesprochen nichts, selbst ein Ferrari mit größtem Leistungspotenzial zu sein, wenn man nur Frittenfett tankt. Ob durch McDonalds Burger, negative Menschen oder unnötig belastende Gespräche und Gedanken: Der Input bestimmt den Output! Besse Cooper ist Weltmeisterin des hochwertigen Inputs – körperlich wie geistig. Sie hat unglaubliches erlebt – zwei Weltkriege, mehrere Wirtschaftskrisen, Naturkatastrophen etc.. Sie hat alles überlebt, zog gleichzeitig eine riesige Familie groß und erreichte all ihre persönlichen Lebensziele.
Obwohl: Ein Ziel im Leben von Besse Cooper gäbe es noch. Sie könnte der älteste Mensch werden, der jemals auf der Welt gelebt hat. Doch um dieses höchste jemals erreichte Alter zu erlangen, fehlen ihr noch ganze sieben Jahre. Die Französin Jeanne Louis Calment wurde 122 Jahre und 164 Tage alt, bevor sie im August 1997 verstarb. Dieses Ziel ist für Cooper allerdings wenig interessant. Es kümmert sie nicht, wie alt sie wird, denn die Anzahl der Kerzen auf der Geburtstagstorte sind für sie kein Indikator für Lebenserfolg oder Lebensglück und somit keine Angelegenheit, die sie berührt. Sie folgt dem einfachen Motto: Es ist nicht entscheidend, wieviele Jahre dein Leben hat, sondern wieviel Leben deine Jahre haben. Offensichtlich eine gute Philosophie um glücklich sehr alt zu werden.

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