Polarität – No rain, no rainbow

Das Gesetz der Polarität drückt sich sehr schön in folgendem Satz aus: „No rain, no rainbow“ (zu deutsch: „Ohne Regen kein Regenbogen“). Dieser Spruch stammt aus dem Hawaianischen und ist dort nicht nur eine bekannte Volksweisheit, sondern sogar praktizierte Lebenseinstellung. An wenigen Orten der Welt, ist das Gesetz der Polarität, also der Gegensätzlichkeit, so stark erkennbar wie auf Hawaii. Zum einen strotz diese Insel vor unglaublicher Schönheit und einer Fülle von Artenvielfalt und blühender Natur. Auf der anderen Seite, zeigt Hawaii auch sein häßliches Gesicht von Armut und drogenabhängigen Menschen, wenn man genauer hinsieht. Reich sind die meisten Leute dort nicht – zumindest nicht finanziell. Doch es geht ihnen nicht um Reichtum, sondern um Wohlstand. Das Wort „Wohlstand“ bedeutet, dass im Leben alles „wohl steht“. Mit dem richtigen Perspektivenwechsel und dem Wissen um das Naturgesetz der Polarität, schaffen sich auch arme Hawaianer ihren persönlichen Wohlstand. Ganz nach dem Motto: „Reich ist nicht der, der alles hat, sondern der, der wenig braucht.“Das Gesetz der Polarität wird oft und gerne totgeschwiegen. Allgegenwärtig ist das „Gesetz der Anziehung“, welches sich öffentlichkeitswirksam vermarkten lässt, wie die Erfolg von Büchern wie „The Secret“, „Richtig wünschen lernen“ oder „Kosmische Bestellungen beim Universum“ eindrucksvoll gezeigt haben. Das Gesetz der Anziehung besagt, dass Sie alles im Leben anziehen, worauf Sie sich gedanklich dauerhaft konzentrieren. Aha! Also ganz einfach im Grunde. Das kann doch jeder. Und das Beste ist: Man muss dafür gar nicht viel tun und Erfolg ist damit immer zu 100% unter meiner Kontrolle. Diese unsinnigen Schlussfolgerungen werden von den Autoren der Wellness-Esoterik Literatur gerne deswegen unterstützt, da man mit Aussagen, die Menschen gerne hören wollen, am meisten Geld verdienen kann. Mit deren Interpretation des Gesetzes der Anziehung, sind Misserfolge somit nicht mehr Teil des Spiels. Wer scheitert, hat eben falsch bestellt/gewünscht. Und dann wundern sich die Leute, warum Ihnen von Zeit zu Zeit „Lieferungen vom Leben“ ins Haus flattern, mit denen sie weder gerechnet haben, die sie nicht bestellt haben und die sie auch nicht „bezahlen“ können oder wollen. Womöglich muss man sich doch endlich mal mit dem Fakt anfreunden, dass es universale Naturgesetze gibt, die über die Macht des eigenen Wünschens/Denkens hinausgehen.

Jede dunkle Nacht hat ein helles Ende.

Die Begründung für dieses „Up and Down“ im Leben ist eben das Gesetz der Polarität. Beides, ob Kopf oder Zahl, ist ein Teil des großen Ganzen. Kein Lernfortschritt ohne Fehler, kein Erfolg ohne Misserfolge auf dem Weg dorthin. Es geht im Leben nie nur Berg auf, und auch nie nur Berg ab. Wenn Sie das Eine wollen, müssen Sie gleichzeitig auch bereit sein, die andere Seite davon zeitweise zu erleben. Wer sich diesen Umstand, dass positive und negative Erlebnisse zwei Seiten der gleichen Sache sind, immer wieder mal zwischendurch bewusst machen, wird nicht so schnell auf die Idee kommen aufzugeben. Kein Fortschritt ohne Rückschritt. Das Gegenteil von dem zu erleben was Sie eigentlich möchten ist kein Grund die Flinte ins Korn zu werfen, sondern ein Grund um den Weg mit noch mehr Energie und Wille weiter zu gehen.

Glück ist nicht die Abwesenheit von Schwierigkeiten, sondern deren Bewältigung.

Grundlegend revidieren müssen wir daher auch unsere Glaubenssätze zu den Themen „Probleme“ und „Scheitern“. Unsere Probleme sind nämlich nicht unser Problem. Unser wahres Problem ist unsere problematische Einstellung zu Problemen. Nicht wer mal scheitert ist am Leben gescheitert, sondern er wird dadurch im Leben gescheiter! Wirkliche Versager sind niemals diejenigen, die nie scheitern, sondern diejenigen, die sämtliche Situationen vermeiden, in denen sie scheitern könnten!

Vor mehreren Jahren starteten Wissenschaftler ein interessantes Experiment. Sie ritzten den Konkon einer Raupe an, die gerade dabei war, sich in einen Schmetterling zu verwandeln. Die Befreiung aus dem Konkon ist für den frisch geborenen Schmetterling eine enorme Schwierigkeit. Das ist Überlebenskampf pur. Was man nach dem Anritzen des Konkons beobachtete war, dass der Schmetterling natürlich relativ problemlos schlüpfen konnte. Er hatte keine große Mühe, spannte seine Flügel auf und……konnte dann nicht fliegen. Daraufhin fand man heraus, dass genau bei diesem extremen Überlebenskampf die entscheidenden Muskeln beim Schmetterling entstehen, die er dann später eben braucht, um fliegen zu können.

Wer vor Schwierigkeiten wegläuft und glaubt sich jeden Erfolg allein durch richtig formulierte Bestellungen/Wünsche ans Universum verursachen zu können, wird ein relativ überschaubar erfolgreiches Leben führen, denn ihm fehlen dazu die notwenigen Muskeln! Problembewältigung fühlt sich zwar nicht immer angenehm an, aber Sie entwickeln sich dabei zu einer starken Persönlichkeit. Und erfolgreiche Persönlichkeiten in der Welt zeichnet eben nicht aus, dass Sie von Kindheit an sehr gut „wünschen“ können und seit der Jugend daher auf einer Erfolgswelle reiten – es sind die mentalen Muskeln, die diese Menschen sich antrainiert haben, auf dem steinigen Weg des Erfolgs!

Unser Verhalten bestimmt unsere Verhältnisse.

Natürlich wünscht sich jeder großartige, positive Lebensverhältnisse. Verhältnisse interessieren sich allerdings herzlich wenig für unsere Wünsche oder Vorstellungen, sondern sie interessieren sich einzig und allein für unser Verhalten. Wenn jemand wie ein Amateur arbeitet, kann er keine Lebensverhältnisse wie ein Superstar erwarten. Der Schlüssel für bessere Verhältnisse besteht darin, dass Sie Ihren Lifestyle, also Ihr Verhalten, auf Ihre Lebensziele abstimmen und sich bei Problemen dementsprechend auch so zu verhalten. Wenn Ihre Tagesroutine, also das womit Sie sich tagtäglich überwiegend beschäftigen, nicht zu Ihren Zielen passt, werden sich Ihre Verhältnisse nicht positiv weiterentwickeln – da können Sie wünschen und bestellen bis Sie schwarz werden.
Ihr tägliches Verhalten und Ihre Aktivität bestimmen Ihre Zukunft. Fragen Sie sich doch am besten gleich jetzt: Wie muss ich mich ab sofort verhalten, um heute in fünf Jahren meine gewünschten Lebensverhältnisse realisiert zu haben?
Kleiner Tipp am Rande: Wünsche und Bestellungen ans Universum abzuschicken und bequem auf die Lieferung zu warten, ist kein Verhalten – sondern eine dumme Angewohnheit.

2 Gedanken zu „Polarität – No rain, no rainbow

  1. Alsso ist das Gesetz der Anziehung-Ein spiegelbild.

    Ying.Jang
    Gleiche Pole stossen sich ab

    SCHULDEN STOSSEN SICH AB

    Geld stoesst sich abñ
    Postive und negative Pole ziehen, an

    Richtig oder Falsch

    Danke

    W.Brickwedel

    • Lieber Herr Brickwedel,
      das Gesetz der Anziehung ist ein natürliches Prinzip. Worauf ich mich innerlich (Erwartungen, Meinungen etc.) fokussiere, dafür werde ich resonanzfähig. Durch teils bewusste aber vor allem auch unbewusste Handlungen, Gesten, Worte oder einfach die eigene Ausstrahlung, begünstige ich am Ende genau das Ergebnis, worauf ich mich zuvor konzentriert und es erwartet habe. Der Rosenthal-Effekt ist im Bezug auf die Selbsterfüllende Prophezeihung hier ein sehr berühmtes und nachvollziehbares Beispiel (http://de.wikipedia.org/wiki/Rosenthal-Effekt).
      Wer das Gesetz der Polarität (ergänzend zum Resonanzprinzip) verstanden hat, weiß, dass man jedes Ziel nur über den Gegenpol erreichen kann und nicht auf dem direkten Weg, wie die meisten Menschen es erfolglos versuchen. Die Idee der problemlosen, fehlerlosen und unendlich entspannten „Bestellung beim Universum“ ist zwar nett, aber in den meisten Fällen falsch. Fakt ist: Je größer und attraktiver das Ziel ist, welches ich erreichen möchte, desto stärker muss ich mit dem Prinzip der Polarität umgehen lernen und durch alle Höhen und Tiefen den Weg zum Ziel finden.
      „Wer das Sterben nicht gelernt hat, kann das Leben nicht lernen“, steht zum Beispiel im tibetanischen Totenbuch. So wie es ohne die Erfahrung des Süßen kein Saures gibt, so kann man auch kaum wirklich wissen, was Liebe ist, wenn man nicht auch einmal den Hass wahrgenommen hat. Alles ist gleich-gültig! Keine Erfahrung ist positiv oder negativ, sondern ein unabdingbarer Teil des großen Ganzen. Das Endziel sollte es immer sein beide Pole zu vereinigen. Kein „entweder – oder“, sondern ein „sowohl – als auch“, denn beide Seiten gehören untrennbar zusammen. Nur so kann Einheit, Ganzheit, Gesundheit und Frieden entstehen.

      Herzliche Grüße,

      Steffen Kirchner

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