10 Strategien, die Du Dir von Profisportlerinnen und Profisportlern abschauen solltest

von Profisportlern lernenEinige wissen schon, was für einen großen Stellenwert der Sport in meinem Leben hat. Zum einen für mich selbst als Sportler, zum anderen in meiner Rolle als Mentalcoach von Spitzensportlern oder als sportpsychologischer Berater und Experte. Wegen des schrecklichen Anschlags auf den BVB-Bus letzte Woche war ich in meiner Rolle als sportpsychologischer Experte wieder einmal stark gefordert. Ich habe zahlreiche Interviews gegeben und war im Talk bei Sky 90. Hier soll es aber darum gehen, welche Strategien Du Dir von Profisportlern abschauen kannst und solltest. Vor allem für die Karriere und Deine berufliche Weiterentwicklung sind diese zehn Strategien Gold wert.

Die 10 besten Strategien von Profisportlern und -sportlerinnen:

 

  1. Aktionsorientierung

Boris Becker wurde nach seinem ersten Wimbledon-Sieg 1985 nach seinem Geheimrezept bei knappen Spielständen gefragt. Seine Antwort: „Das Geheimnis ist, dass ich in diesen Momenten eigentlich an gar nichts denke.“ Oft ist es hilfreich, vom Ergebnisdenken wegzukommen und sich rein auf den gegenwärtigen Moment zu konzentrieren. Ständige Gedanken an Vergangenheit und Zukunft können Energie kosten. Willst Du Topleistungen im Berufsleben bringen, musst Du bewusst handeln. Also, lieber konzentriert telefonieren und sich aktiv am Meeting beteiligen, statt mit den Gedanken schon bei der nächsten Aufgabe oder vielleicht sogar ganz woanders zu sein!

  1. Visionen

Eishockey-Torwart Sebastian Vogls Ausgangslage war schlecht: Er war mit seiner Mannschaft in der Zweiten Liga Tabellenletzter und sein Gegentorschnitt war mies. Zwei Jahre später war Vogl plötzlich der beste Torhüter der Zweiten Liga und dann Stammtorhüter der Ersten Liga. Was war passiert?

Ziele sind nicht gleich Ziele. Konzentrierst Du Dich auf negative „Weg-von“-Ziele, wie „nicht auf Dauer in der Zweiten Liga versauern“, setzt Du Deinen Fokus falsch. Mit der Umkehr dieser Ziele in positive Visionen bekam Vogls Karriere plötzlich einen Schub. Versuche, nicht nur den Alltagswahnsinn zu beherrschen und wie ein Feuerwehrmann alle Brandherde im Unternehmen zu löschen! Das zerstört über kurz oder lang jeden inneren Antrieb – egal, mit wieviel Elan man gestartet ist. Nimm Dir Zeit, lebendige Visionen zu erschaffen: Wo willst Du mittel- bis langfristig hin? Nur so entsteht ein Bewusstsein für den Sinn der Tätigkeit. Und wer Leistung will, muss Sinn bieten. Übrigens auch eine der wichtigsten Erkenntnis für jede Führungskraft.

  1. Intensität

Das Erfolgsrezept des Kunstturners Fabian Hambüchen ist Intensität. Er widmet sich jeder Aufgabe mit voller Aufmerksamkeit und arbeitet härter als andere. Das heißt für Dich: Mache nicht immer mehr, sondern alles, was Du tust, mit maximaler Intensität! Die Besten der Welt arbeiten nicht grundsätzlich immer mehr als der Durchschnitt, jedoch mit einer höheren Qualität.

  1. Vorstellungskraft

Der Mensch hat eine enorme Vorstellungskraft. Das solltest Du für Dich nutzen. Gute Sportler tun das: Wiederholte Vorstellungen bestimmter Situationen und Bilder im Kopf setzten biochemische und neurologische Prozesse in Gang. Man „programmiert“ sich auf eine Erfolgseinstellung. Das lässt sich nicht nur vor Turnieren, Spielen oder Partien nutzen, sondern auch im Berufsalltag – vor jedem Telefonat, Kundengespräch oder schon vor dem ersten Bewerbungsgespräch. Visualisiere vorher exakt, was Du am Ende erreichen willst und wiederhole diesen inneren Film fünf bis zehn Mal.

  1. Willenskraft

Oliver Kahn hat während seiner aktiven Zeit als Torhüter keine Schmerzen gescheut. Aufnahmen zeigen überdeutlich seine Willenskraft beim Training: Hechtsprünge über hohe Stangen, harte Stürze, Ballbeschuss aus nächster Nähe – Abhärtung war seine Devise. Sein Wille wurde deswegen so stark, weil er jeden Tag etwas tat, das für ihn anstrengend war, wozu er sich überwinden musste. Deine Willensstärke ist wie ein mentaler Muskel – trainierbar und unabdingbar für große Erfolge. Was tust Du ab heute täglich, um ihn zu stärken?

  1. Fokussieren

Viele Sportarten erfordern ein besonderes Maß an mentaler Stärke. Eine kleine Unaufmerksamkeit kann enorme, sogar lebensgefährliche Folgen haben. Im Jahr 2012 bewies Formel-1-Star Sebastian Vettel beeindruckend seine mentale Stärke: Nachdem er von einem anderen Auto gerammt wurde, stand er plötzlich mit seinem Wagen entgegen der Fahrtrichtung. Trotzdem ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen und holte mit seinem beschädigten Fahrzeug noch soweit auf, dass er seinen Weltmeistertitel verteidigen konnte.

Fokussiere Dich nie auf Hindernisse, Probleme und Störfeuer, sondern immer auf Deine Fähigkeiten, Lösungswege und Ziele. Hier kannst Du auch noch einmal nachlesen, was das Gute an Problemen ist. Schenke Dingen, die nicht in Deinem Einflussbereich liegen, keine Aufmerksamkeit. Das kostet nur unnötige Energie und da wären wir auch schon bei der nächsten Strategie – dem Energiemanagement.

  1. Energiemanagement

Tennisstar Rafael Nadal beherrscht seine Gegner auf nahezu jedem Belag mit schier unerschöpflicher Kraft. Dahinter steckt unter anderem sein optimales Energiemanagement. Ihm geben Rituale Kraft und er dehnt die Pausen zwischen den Ballwechseln so weit wie möglich aus. Das unterscheidet ihn auffällig von anderen Spielern. Gerade Tennis ist ein Sport, bei dem der tatsächliche Ballkontakt nur einen Bruchteil des gesamten Spiels ausmacht. Das, was zwischen den einzelnen Schlägen passiert, wird daher umso wichtiger. Durch den Wechsel von gezielter Anspannung und konzentrierter Entspannung erzeugt Nadal ein höheres Energievolumen als viele seiner Gegner.

Auch Regeneration gehört zum Erfolg! Das heißt: nicht nur einfach abends auf die Couch legen, sondern intensive Entspannung. Gehe gezielt Aktivitäten nach, die Deinen Kopf auf andere Gedanken bringen. Suche ruhig den Kontrast zu dem, was Du sonst den ganzen Tag machst und nimm Dir dafür Zeit, so schwer das manchmal auch ist. Es ist unglaublich wichtig für Deinen Energiehaushalt und die Erhaltung Deiner Leistungsfähigkeit.

  1. Vorbereitung

Bei Tennislegende Roger Federer ist vor allem die Vorbereitungszeit auf ein Match auffällig. Sie dauert volle drei Stunden: stretchen, einlaufen, einspielen, dann ein erstes Mal duschen, danach spezielles Essen, weitere Schwunggymnastik, kleine Kraftübungen, mentale Vorbereitung.

Was lernen wir daraus? Erfolg beginnt nicht am Start, sondern vor dem Start. Wer sich im Vorfeld besser auf seine „Wettkämpfe“ und „Prüfungen“ im Business oder im Leben vorbereitet, hat von Anfang an einen Vorsprung gegenüber anderen. Sieger erkennt man schon am Start – Verlierer auch!

  1. Mental- und Persönlichkeitstraining

Fast alle guten Trainer ermuntern ihre Sportler mittlerweile dazu, nicht nur ihre eigene Sportart exzessiv zu betreiben. Viele Tennis- und Fußballstars beispielsweise spielen nebenher Golf oder Schach, um sich mental fit zu halten. Skifahrer Felix Neureuther nutzt ein gezieltes Gehirnaktivierungsprogramm namens Life Kinetik, um Mentalität und Persönlichkeit zu stärken.

Auch im Berufsleben gilt: Es reicht nicht mehr, nur an seiner Fachkompetenz zu arbeiten. Du muss genauso Deine mentalen Fähigkeiten und Deine Persönlichkeit weiterentwickeln. Nimm fachfremde Seminarangebote wahr oder lese hochwertige Literatur aus anderen Bereichen, die mit Psychologie oder Charakterbildung zu tun haben, denn die besten Sportler sind nicht immer diejenigen, mit den größten Fähigkeiten, sondern mit den stabilsten Persönlichkeiten für den entscheidenden Moment.

  1. Fleiß

Als letzte Strategie muss ich aber doch noch den Fleiß nennen. Er mutet nicht besonders sexy an und das Wort „Streber“ geht allen immer leicht von den Lippen, aber würdest Du Dich trauen, Dirk Nowitzki so zu bezeichnen. Klar, er ist talentiert, aber auch überaus fleißig. Laut seinen Mitspielern ist der Basketball-Star jeden Tag der Letzte, der die Halle verlässt. Einem individuellen Trainings-Programm folgend produziert er viele hundert Würfe mehr als seine Mitspieler.

Überlege Dir, wo Du mit Freude noch mehr aus Dir rausholen könntest, wenn Du dafür etwas mehr Zeit investieren würdest. Täglich 30 Minuten mehr Einsatz für ein Ziel, das einem persönlich wichtig ist, führt zu 150 bis 200 Stunden mehr im Jahr. Mittel- bis langfristig ist diese kleine Extra-Meile verantwortlich für den Unterschied zwischen Durchschnitt und Champion.

Noch viel mehr Strategien, Methoden und Wissen, um Dich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln, bekommst Du unterhaltsam und in toller Atmosphäre in meinen Seminarevents vermittelt, zum Beispiel bei Lebensstark – Wie Du Erfolg & Glück im Leben verwirklichst.

Wer einmal ganz intensiv in sehr kleinem Kreis und eine ganze Woche lang mit mir an seinen Themen arbeiten möchte, dem kann ich nur meine Inspirationstage ans Herz legen. Ein wirklich unvergleichbares Erlebnis – auch für mich.

Ich wünsche Dir viel Erfolg! Dein Steffen Kirchner

2 Gedanken zu „10 Strategien, die Du Dir von Profisportlerinnen und Profisportlern abschauen solltest

  1. Hallo Steffen, all diese Tipps habe ich vor einiger Zeit von Dir in ähnlicher Form schon erfahren und verinnerlicht. Doch nun bin ich an dem Punkt das mein Fleiß am kommenden Sonntag bei einem HM gekrönt werden soll. Doch wie kann ich mich während des Laufens motivieren und Energie aktivieren wenn es vielleicht nicht so läuft. Vielen Dank auch für diesen input Es grüßt Doretta

    • Liebe Doretta,
      entscheidend ist, dass Du während dem Laufen nicht mehr in solche Gedankenspiele kommst, sondern Dein Gehirn sozusagen auf „Autopilot“ schaltet. Das Ziel ist, den sogenannten „Flow-Zustand“ zu erreichen. Dafür musst Du Dein Gehirn mit einer monotonen und am besten ständig fortlaufenden Aufgabe beschäftigen. Professionelle Ausdauersportler arbeiten gerne mit „Schritte zählen“, d.h. sie stellen sich z.B. bei jedem 3. Schritt eine fortlaufende Zahl vor, schön farbig und groß. Nach einiger Zeit schaltet der Kopf bei dieser monotonen Tätigkeit dann sozusagen ab und man läuft aus dem Instinkt. Probiers einfach mal beim Training aus :-) Viel Erfolg und liebe Grüße, Steffen Kirchner

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